Edinburgh International Film Festival 2015 – Day 12

Langsam aber sicher nähert sich dieses wunderbare Festival seinem Ende zu. Die Auswahl der Filme reduziert sich mehr und mehr und so bleibt dann endlich auch mal ein wenig Zeit, diese wunderbare Stadt zu erkunden, einen exquisiten Whisky zu probieren und die Fotoausrüstung hervorzukramen. Trotzdem blieb natürlich noch Zeit für weitere drei Filme, die zumindest das gestrige Desaster ein wenig vergessen lassen. 

Len-and-Company

Len and Company

USA / Kanada 2015, 105 Minuten, Regie: Tim Goodsall, mit Rhys Ifans, Juno Temple, Jack Kilmer, Keir Gilchrist, Kathryn Hahn

Schroff und ein wenig asoizial – das ist Len, ein alternder Musiker, der einfach nur sein Ruhe haben will. Diese wird jedoch je unterbrochen, als er erst Besuch von seinem Sohn Max erhält und dann auch noch vom Popsternchen Zoe, die mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen hat. Während Max verzweifelt versucht, eine Verbindung zu seinem Vater aufzubauen um letztendlich den Mut aufzubringen, ihm das Demo seiner Band vorzuspielen, erreichen Zoes Probleme ihren Höhepunkt und entflammen die bislang unausgesprochenen Probleme zwischen ihnen.

Rhys Ifans ist hier in Edinburgh gleich mit drei Filmen vertreten. In diesem hier spielt sich aber alles nach dem altbekannten Muster ab: Alter Miesepeter bekommt durch jungen Menschen neuen Lebensmut. 2013 gab es auf der Berlinale einen recht ähnlichen Film aus Dänemark. EN DU ELSKER gelang es dabei, die Versatzstück noch ein wenig interessanter zu verbinden und die Wandlung des Protgagonisten glaubhafter zu gestalten. LEN AND COMPANY ist wahrlich kein schlechter Film, er wäre aber um Längen besser, wenn sich der Regisseur Tim Godsall etwas mehr zugetraut hätte. (2,5/5)

The-D-Train

The D Train

USA 2014, 101 Minuten, Regie: Andrew Mogel und Jarred Paul, mit Jack Black, James Marsden, Jeffrey Tambor, Kathryn Hahn, Mike White

Der Schauspieler Oliver Lawless (James Marsden) hat zwar durch einen nationalen Werbespots einen hohen Bekanntheitsgrad, ist aber mit seinem Leben nicht wirklich zufrieden. Dan hingegen hat nicht wirklich etwas vorzuweisen und ist schon stolz darauf, der Vorsitzende des Klassentreffens der örtlichen Highschool zu sein – obwohl seine Kollegen das anders sehen. Also setzt er alles daran, den coolen Oliver zur Teilnahme an der Wiedersehensfeier zu bewegen. Der Weg dorthin ist gepflastert mit Lügen und schmerzhaften Erfahrungen und nicht jeder wird danach noch derselbe sein.

Natürlich darf auch so etwas in Edinburgh nicht fehlen: Die (größtenteils) vorhersehbare Hollywood-Komödie mit den bekannten A-List-Stars. Doch was die beiden Regisseurre Andrew Mogel und Jarred Paul hier verbraten haben, ist komplett unlustig und sinnfrei. Gut, Letzeres ist bei einer Komödie nicht wirklich schlimm, das Problem ist hierbei jedoch, dass der Film vorgibt, eine Botschaft vermitteln zu wollen. Immerhin sinkt THE D TRAIN nicht vollends auf das Niveau von HOT TUB TIME MACHINE 2 oder DER KAUFHAUSCOP 2 ab, weit entfern ist er davon aber auch nicht. Und Jack Black hat man selten so blass und eindimensional gesehen. Er wirkt fast, als ob er selbst auf diesen Film überhaupt keinen Bock hatte. (2/5)

Eadweard

Eadweard

Kanada 2015, 104 Minuten, Regie: Kyle Rideout, mit Michael Eklund, Sara Canning, Christopher Heyerdahl, Jodi Balfour, Torrance Coombs

Die Pionierarbeit von Eadweard Muybridge auf dem Feld der Fotografie formte die Grundmauern des Kinos, so wie wir es heute kennen. Allerdings führten einige explosive Momente in seiner Vergangenheit dazu, dass Muybridge der letzte Mensch der USA, der von einem „berechtigen Mord“ freigesprochen wurde.

Eadweard Muybridge war mir vor Sichtung dieses Films nicht im Geringsten ein Begriff. Genauso ging es offenbar auch dem Hauptdarsteller Michael Eklund, die dieser beim Q&A nach dem Film zugab. Dabei ist Muybridge durchaus eine ziemlich interessante Figur, die es zu entdecken lohnt. Das Portrait seines Lebens und seiner Forschungen ist optisch eindrucksvoll umgesetzt und wenn man bedenkt, mit welchem geringen Budget der Regisseur Kyle Rideout diesen Film inszeniert hat, dann gebürt ihm weitaus mehr als nur Respekt. Rideout legt ein äußerst stylisches Portrait eines Mannes vor, dessen brillanter Geist nur durch seine destruktiven Tendenzen überschattet wird. (4/5)

Im Rahmen der Berichterstattung

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