The Justice of Bunny King (EIFF 2021)

FSK noch unbekannt OT: The Justice of Bunny King (Neuseeland 2021)
Länge: 101 Minuten
Genre: Drama
Regie: Gaysorn Thavat
Drehbuch: Sophie Henderson, Gregory King, Gaysorn Thavat
Darsteller: Essie Davis, Thomasin McKenzie, Lively Nili, Bridie Sisson, Semu Filipo, Harry Adams, Kiri Naik, Angus Stevens, Darien Takle, Erroll Shand, Yana Tang
Verleih: Koch Films GmbH

Aus dem fernen Neuseeland kommt das eindrucksvolle Drama THE JUSTICE OF BUNNY KING zum Edinburgh International Filmfestival, nachdem der Film bereits auf Festivals in Tribecca, Perth und Melbourne zu sehen war. Unter der Regie von Gaysorn Thavat, die auch das Drehbuch mit verfasst hat, liefert die tasmanische Schauspielerin Essie Davis eine eindrucksvolle Performance ab, die noch lange nachwirkt. 

Bunny Kings (Essie Davis) erklärtes Ziel ist es, ihre beiden Kindern, die in einer Pflegefamilie leben, zu sich zurückzuholen. Dazu muss sie jedoch zuerst einmal eine Wohnung nachweisen, was sich als nicht allzu einfach gestaltet, wenn man lediglich auf der Couch der Schwester geduldet wird und sein Geld mit dem Reinigen von Windschutzscheiben an Ampeln verdient. Doch Bunny lässt sich nicht unterkriegen und kämpft verzweifelt gegen das System. Als sie zudem noch ihre Nichte Tonya (Thomasin McKenzie) nach einem familiären Vorfall unter ihre Fittiche nehmen muss, steuert sie sehenden Auges auf eine Katastrophe zu. 

THE JUSTICE OF BUNNY KING ist kein einfacher Film. Wie sich die Figur der Bunny King am Bodensatz der Gesellschaft durchkämpft, ist eindrucksvoll. Immer wieder möchte man ihr als Zuschauer zur Seite springen und sie von ihren Fehlern abhalten – und davon begeht sie leider jede Menge. Mal unbewusst, aber immer wieder auch, weil sie partout keinen anderen Ausweg sieht. „Ich habe es auf dem normalen Weg versucht, aber es hat nicht funktioniert“, sagt sie in einer Schlüsselszene, und wir verstehen nur allzu gut, wie verzweifelt diese Frau sein muss. Wenn es einen Preis dafür geben würde, ständig falsche Entscheidungen zu treffen, Bunny würde extrem häufig als Gewinnerin dastehen. Nur leider ist sie die große Verliererin. Dabei müsste man ihr eigentlich nur einmal richtig zuhören, um zu erkennen, dass sie keine Bedrohung für ihre Kinder ist, auch wenn sie für den Mord an ihrem Mann im Gefängnis saß. Aber das System ist knallhart und viele Menschen können daran zugrunde gehen. Nicht aber Bunny King, denn sie ist das Wiederaufstehen gewohnt. So einfach lässt sich diese Frau nicht unterkriegen.

Essie Davis spielt diese Bunny King mit solch einer Wucht, dass wir als Zuschauer aus dem Staunen kaum herauskommen. Diese Leinwandpräsenz ist schlichtweg atemberaubend. Auch die neuseeländische Schauspielerin Thomasin McKenzie, die lange als Nachwuchshoffnung gefeiert wurde, zeigt, warum sie inzwischen zur ersten Riege Hollywoods gehört. Wie sie die Zerbrechlichkeit ihrer Figur Tonya an den Tag legt, ist schier unfassbar. 

THE JUSTICE OF BUNNY KING ist großes Schauspielkino mit einer unfassbar tragischen Geschichte, die noch lange nachhallt. Ein Film für die Ewigkeit.

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