Mein Sohn

Kinostart: 18.11.2021

ab12 OT: Mein Sohn (Deutschland 2020)
Länge: 94 Minuten
Genre: Drama
Regie: Lena Stahl
Drehbuch: Lena Stahl
Darsteller: Anke Engelke, Jonas Dassler, Hannah Herzsprung, Karsten Antonio Mielke, Max Hopp, Daniel Zillmann, Golo Euler, Lucie Heinze, Muriel Wimmer, Elzemarieke de Vos, Collin Mclean, Leopold Hornung, Christian Kaiser, Peter Jordan
Verleih: Warner Bros. Entertainment GmbH

Deutsches Betroffenheitskino ist nicht jedermanns Sache – und kann auch ganz schnell ins Auge gehen. So geschehen in MEIN SOHN von Lena Stahl. Wie kommen eine hyper-fürsorgliche Mutter und ihr nach einem Unfall schwer verletzter Sohn miteinander aus? Sehr beliebt: Man schicke beide auf einen Road-Trip durch Europa. 

Der draufgängerische Jason (Jonas Dassler) ist ein aufstrebender Skateboard-Star in Berlin und hat auch schon einen Sponsor an der Angel. Als er nach durchzechter Nacht am Morgen bei einem riskanten Manöver ein entgegenkommendes Auto übersieht, überlebt er den schrecklichen Unfall nur knapp. Aus dem Koma erwacht, bekommt er im Krankenhaus die ernüchternde Diagnose, dass er wohl nie wieder seinen Sport ausüben kann. Seine alleinerziehende Mutter, die Fotografin Marlene (Anke Engelke), versucht, ihren schwer depressiven Sohn aufzumuntern, indem sie vorschlägt, dass eine auf diese Art Verletzungen spezialisierte Klinik in der Schweiz eine mögliche Rettung sein könnte. Sie würde ihn auch persönlich dort hinfahren.

So wird aus dem Mutter-Sohn-Drama ein klassisches Road-Movie. Auf dem Weg in die Alpen besuchen sie eine alte Freundin (Hannah Herzsprung), die in einer Landkommune im Bayerischen Wald lebt, und in München eine zickige Ex-Flamme von Jonas samt deren reichen Vater. Am Ende landen sie tatsächlich in der landschaftlich schön gelegenen Klinik in den Bergen.

Das hätte ein gelungenes Psycho-Duell zweier so unterschiedlicher Figuren werden können – wie Mutter und Sohn auf der Fahrt ständig um Nähe und Distanz ringen. Doch die Regisseurin Lena Stahl, die auch das Drehbuch schrieb, verschenkt durch die schablonenhafte Handlung fast alles – besonders die Episoden in der Landkommune und in München wirken aufgesetzt und extrem klischeehaft. Anke Engelke in einer ihrer seltenen ernsten Rollen meistert die schwierige Figur der Marlene sehr achtbar, und Jonas Dassler ist ohnehin einer der angesagten deutschen Jungstars. Doch ihn rund 90 Minuten mit Trotz- und Leidensmiene erleben zu müssen, kann schon etwas ermüdend sein. Trotz guter Ansätze ist MEIN SOHN eine Enttäuschung. Schade!

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