Filmfest Hamburg 2015 – Tag 7

Der siebte stellt für mich in diesem Jahr tatsächlich bereits den letzten Tag des 23. Filmfests Hamburg 2015 dar, da ich mich morgen bereits auf den Weg zum BFI Film Festival London machen werde. Doch heute gab es noch ein Interview mit Atom Egoyan zu seinem Film REMEMBER, sowie die beiden Filme JEDER DER FÄLLT HAT FLÜGEL und LE MIRAGE. 

Jeder-der-faellt-hat-Fluegel

JEDER DER FÄLLT HAT FLÜGEL

Österreich 2015 | 92 min | Farbe | Sektion: Kaleidoskop

Regie: Peter Brunner
Drehbuch: Peter Brunner
Darsteller: Jana McKinnon, Renate Hild, Pia Dolezal, Christos Haas

Kati ist 15 Jahre alt und leidet unter Asthma. Zusammen mit ihrer kleinen Schwester verbringt sie viel Zeit bei ihrer Großmutter auf dem Land. Die Natur und die saubere Luft tun ihrer Lunge gut. Aber etwas Unheimliches, Unausgesprochenes umgibt diesen Ort. Visionen plagen das Mädchen. Von Verlust und Vergehen. Die Großmutter hat das Gefühl, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Es könnte der letzte gemeinsame Sommer mit ihren Enkelinnen sein. Sie möchte sich langsam von ihnen verabschieden. Aber gibt es überhaupt so etwas wie einen guten, sanften Tod? Einen, der nicht unvermittelt kommt und keine schmerzhaften Lücken reißt? Jeder der fällt hat Flügel ist ein lyrisches Kunstwerk und gewann beim Filmfestival in Karlovy Vary den Spezialpreis der Jury.

Schade, von diesem Film hatte ich mir viel erhofft. Oder waren meine Erwartungen schlichtweg zu groß? In jedem Fall hat mich kaum ein Film auf dem Filmfest Hamburg so sehr enttäuscht, wie dieser. Wahrscheinlich muss ich es mir langsam eingestehen, dass ich mit Filmen, die betont künstlerisch verkorkst und lyrisch daherkommen, einfach nichts anfangen kann. (1/5)

 

Le-Mirage

LE MIRAGE

Kanada 2015 | 102 min | Farbe | Sektion: Eurovisuell

Patrick rennt auf dem Laufband, rennt und rennt. Wann springt er ab? Der Enddreißiger ist Geschäftsführer eines Sportgeschäfts. Er hat eine Frau, zwei Kinder, ein großes Auto mit Carport, einen Garten mit Pool, Freunde, denen er das alles zeigen kann, und eine Kreditkarte, die er ausgiebig nutzt. Doch so sehr Patrick auch seinen Körper in Form hält und seine Außenfassade poliert – in Wirklichkeit steckt er fest. Er ist fertig vom permanenten Performen. Seine Ehe ist nur noch eine leere Hülle, nicht einmal eine amtliche Affäre bringt er zustande. Als die Bank Patrick den Geldhahn zudreht, zerplatzt sein Leben, wie eine einzige große Illusion. Le Mirage ist eine intelligente und spleenige Tragikomödie und war in den Kinos in Quebec zwischenzeitlich erfolgreicher als Mission Impossible – Rogue Nation.

Irgendwie scheinen mich Film aus dem franko-kanadischen Raum anzuziehen. Vielleicht aber auch, weil ich von diesen Filme bislang selten bis gar nicht enttäuscht wurde. So ist es auch mit LE MIRAGE, der vielleicht nicht zu den Höhepunkten des Filmfests Hamburg zählt, aber immerhin einen für mich wunderbaren Abschluss bildet. (3/5)

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