Resident Evil

17.09.2026

Mit RESIDENT EVIL beweist Zach Cregger, dass selbst ein längst totgeglaubtes Videospiel-Franchise noch einmal überraschend frisch und unterhaltsam werden kann.

Eigentlich sollte das die letzte Lieferung für diesen Tag gewesen sein, doch dann lässt sich der medizinische Kurier Bryan (Austin Abrams) doch noch überzeugen, ein biomedizinisches Produkt ins Krankenhaus von Raccoon City zu bringen. Doch schon der Weg in das in den Bergen gelegene Städtchen erweist sich allein schon aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse als problematisch. Doch dann läuft ihm auch noch eine Frau vors Auto. Trotz ihrer seltsamen Körperhaltung setzt er sie in sein Auto und will sie gleich auch noch im Krankenhaus abliefern. Wenn man halt schon mal auf dem Weg ist…

Doch eine Begegnung mit der Polizei, einem etwas merkwürdigen Hund und einem noch weirderen Ehepaar in einem mit Elektrozaun gesicherten Farmhaus lassen Bryan langsam daran zweifeln, dass das hier ein ganz normaler Auftrag ist. Je näher er dem Krankenhaus kommt, desto mehr verwandelt sich die Situation in eine Hölle auf Erden…

Erst machte ihn der unvorhersehbare „Barbarian“ (2022) über Nacht zum Kult-Regisseur, dann überzeugte er mit „Weapons“ (2025) auf ganzer Linie und zeigte, dass er auch mit großen Namen wie Josh Brolin und Julia Garner ein Millionenpublikum fesseln kann. Dass sich Regisseur Zach Cregger als Nächstes dem eigentlich ausgelutschten Resident-Evil-Franchise zuwenden würde, kam dann doch eher überraschend. Schließlich konnte seit dem ersten Teil im Jahre 2002 keiner der restlichen Teile der Videospiel-Verfilmungen überzeugen – ganz im Gegenteil.

Cregger selbst bezeichnet sich als einen der größten Fans der Resident-Evil-Spiele. „Ich habe sie immer und immer wieder gespielt“, so der Regisseur. Inspiriert von dieser Survival-Horror-Atmosphäre verfasste er ein Drehbuch und brachte sich so ins Spiel. Ursprünglich hatte er nicht die Absicht, selbst Regie zu führen, doch je länger er sich mit dem Projekt befasste, desto mehr reifte in ihm der Entschluss, RESIDENT EVIL selbst umzusetzen.

Cregger wollte bewusst keine Nacherzählung der Spiele oder der bisherigen Film-Storylines, sondern etwas Neues schaffen. So nahm er sich die visuelle Grammatik sowie die Mechaniken der Spiele vor, um sie direkt auf die Leinwand zu übertragen. Und genau das macht RESIDENT EVIL tatsächlich zum mit Abstand besten Film der Reihe.

Sein Protagonist Bryan ist kein unbesiegbarer Superheld, sondern ein totaler Durchschnittstyp, der einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Und so verhält er sich auch mehr wie ein leicht panischer NPC (Non-Player-Character), der plötzlich in die Vorfälle in Raccoon City hineingezogen wird. Austin Abrams spielt diesen Bryan mit einem solch ansteckenden Humor, dass man sich als Zuschauer gerne auf seine Spuren begibt. Seine Aussprüche wie „Was ist denn das schon wieder für eine Sch…“ sorgen regelmäßig für Lacher – und wer die bisherigen Filme der Reihe kennt, weiß, dass das bislang eher selten der Fall war. Irgendwie hat sich die Reihe selbst immer viel zu ernst genommen.

Auch visuell kann RESIDENT EVIL überzeugen. Von der sensationellen Kamera von Dariusz Wolski über die eindrucksvollen Set-Designs von Tom Hammock bis hin zu den überzeugenden Spezialeffekten stimmt hier vieles. In einer Szene werfen sich Infizierte von Hochhäusern auf unseren Kurier, was den Kinosaal unmittelbar in pures Staunen versetzt.

Mit RESIDENT EVIL zeigt Zach Cregger vor allem zwei Dinge: dass er ohne Zweifel zu den aktuell besten Horror-Regisseuren zählt und dass man für gute Videospiel-Verfilmungen nicht zwingend die Handlung des Spiels 1:1 umsetzen muss, sondern vielmehr das Gefühl eines Spiels einfangen sollte. Kaum zu glauben, dass RESIDENT EVIL es gelingt, einem totgeglaubten Film-Franchise so effektvoll neues Leben einzuhauchen.

Trailer

ab16

Originaltitel

Resident Evil (Deutschland / USA 2025)

Länge

94 Minuten

Genre

Horror / Science-Fiction / Thriller

Regie

Zach Cregger

Drehbuch

Zach Cregger, Shay Hatten

Kamera / Bildgestaltung

Dariusz Wolski, ASC

Darsteller

Austin Abrams, Zach Cherry, Kali Reis, Paul Walter Hauser, Johnno Wilson, Will Merrick,

Verleih

Constantin Film Verleih GmbH

Filmwebsite

» zur Filmwebsite

Weitere Neustarts am 17.09.2026