Black Widow

Kinostart: 08.07.2021

ab12 OT: Black Widow (USA 2021)
Länge: 134 Minuten
Genre: Action / Abenteuer
Regie: Cate Shortland
Drehbuch: Eric Pearson
Darsteller: Scarlett Johansson, Florence Pugh, David Harbour, Rachel Weisz, O-T Fagbenle, Ray Winstone
Verleih: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH
Veröffentlichung: Disney+ Start mit VIP-Zugang am 9. Juli 2021

Lange hat es gedauert, bis Scarlett Johanssons BLACK WIDOW ihren eigenen Kinofilm bekommen hat. Während Captain America, Iron Man, Hulk und Thor bereits mehrfach in ihren eigenen Marvel-Abenteuern antreten durften, war dies der schwarzen Witwe bislang nicht vergönnt. Um so schöner ist es, dass ihr Film jetzt auf ganzer Linie überzeugen kann.  

Fans wissen natürlich bereits, dass Johannsons Figur in „Avengers – Endgame“ das Zeitliche gesegnet hat. BLACK WIDOW spielt jetzt direkt vor diesen Ereignissen und dient als eine Art Zepterübergabe. Denn der wahre Star des Films ist Florence Pugh, die als ihre kleine, vermeintliche Schwester plötzlich wieder auftaucht. In Rückblenden wird erzählt, wie die Fake-Familie 1995 in Ohio als Schläfer undercover lebte und plötzlich abtauchen musste. Hier trennen sich dann auch die Wege der beiden Schwestern, die sich erst wiedersehen, als diese nach dem Kontakt mit einer Art Wahrheitsserum erkennt, dass Dreykov (Ray Winstone), der sadistische Leiter des Black-Widow-Programms, sich eine ganze Armee an willenlosen Kämpferinnen heran gezüchtet hat. 

Das Besondere an BLACK WIDOW ist, dass sich Scarlett Johansson selbst völlig zurücknimmt und darauf verzichtet, komplett im Mittelpunkt zu stehen. Stattdessen macht sie die Bühne frei für Yelena Belova, die von Florence Pugh eindrucksvoll verkörpert wird. Echten Filmkennern ist Pugh natürlich bereits länger bekannt. In „Lady Macbeth“ stellte sie 2016 ihre schauspielerischen Künste das erste Mail einem größeren Publikum vor. Es folgten weitere Rollen u.a. in „Fighting With My Family“, „Midsommar“ und „Little Women“, aber in BLACK WIDOW kann sie endlich ihr gesamte Repertoire präsentieren. Keine Frage, Florence Pugh überzeugt hier auf ganzer Linie.

Doch der Film unterscheidet sich auch sonst ziemlich von den bisherigen Marvel-Streifen. Klar gibt es auch hier wieder die eine oder andere Action-Sequenz, aber irgendwie weist der Film durchaus ein gewisses Indie-Feeling auf. Das ist ganz klar auf die Handschrift der Regisseurin Cate Shortland zurückzuführen, die sich bislang eher mit Arthouse-Filmen wie „Lore“ oder „Berlin Syndrom“ einen Namen gemacht hat. Hier gelingt ihr tatsächlich die perfekte Balance zwischen Indie und Marvel-Blockbuster. Und gemeinsam mit Florence Pugh müssen wir uns um die Marvel-Zukunft nun wirklich keine Sorgen machen…

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