Little Women

Kinostart: 30.01.2020

ab0 OT: Little Women (USA 2019)
Länge: 135 Minuten
Genre: Drama
Regie: Greta Gerwig
Drehbuch: Greta Gerwig, nach dem gleichnamigen Roman von Louisa May Alcott
Darsteller: Saoirse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh, Eliza Scanlen, Laura Dern, Timothée Chalamet, Meryl Streep, Chris Cooper, Louis Garrel, James Norton, Bob Odenkirk
Verleih: Sony Pictures Releasing GmbH

Die vier March-Schwestern Jo (Saoirse Ronan), Meg (Emma Watson), Amy (Florence Pugh) und Beth (Eliza Scanlen) leben in einer Zeit, in der die Möglichkeiten für Frauen begrenzt waren. In der Mitte des 19. Jahrhunderts war es nicht vorgesehen, dass Frauen ihr Leben selbstbestimmt und nach eigenen Vorstellungen gestaltet leben. Doch die vier Schwestern sind bereit, für ihre Träume teils große gesellschaftliche Hindernisse zu überwinden… 

Kritik

Erzählt wurde die Geschichte der LITTLE WOMEN bereits unzählige Male, doch niemand hat das so wunderbar umgesetzt wie Greta Gerwig…

Das Buch von Louisa May Alcott ist ein Klassiker, der bereits 1918 das erste Mal verfilmt wurde. 1933 folgt die vermutlich bekannteste Version mit Katherine Hepburn, doch erst Greta Gerwig gelingt es, die wahre Essenz der Geschichte zu erfassen und auf die Leinwand zu bringen. Der Grund dafür mag ihr unverstellter Blick auf die Geschichte sein. In einer Zeit, in der es am wichtigsten war, dass eine Frau verheiratet wurde, konzentriert sich LITTLE WOMEN ausschließlich darauf, den weiblichen Hauptfiguren jede nur erdenkliche Möglichkeit zu ermöglichen. Sei es der Wunsch, Malerin zu sein, so wie Amy (Florence Pugh) oder Lehrerin, so wie Meg (Emma Watson) oder Schriftstellerin, so wie Jo, eindrucksvoll gespielt von Saoirse Ronan. 

Gerade in der heutigen Zeit, in der der weiblichen Emanzipation immer noch viel zu viele Steine in den Weg gelegt werden, ist es wunderschön, einen Film zu sehen, der genau dagegen ankämpft. Wie notwendig das ist, zeigt uns ein Blick nach Frankreich. Dort kommt der Film nämlich unter dem Titel „Le Filles Du Docteur March“ in die Kinos, also „Die Töchter des Dr. March“. Offenbar scheint der Verleih dort das Thema nicht einmal ansatzweise verstanden zu haben. Oder warum setzt man ansonsten den Patriarchen der Familie in den Titel? 

Gerwigs Inszenierung lebt natürlich von seinen Darstellern. Ob nun Saoirse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh oder Eliza Scanlen, diese vier Frauen erweisen sich als perfekte Besetzung in jedweder Hinsicht. Besonders Florence Pugh zeigt nach „Lady Macbeth“, „Fighting With My Family“ und „Midsommar“ erneut, warum sie zu den größten und besten Talenten gehört, die aktuell in der Welt des Films zu finden sind. 

Warum es Gerwigs Regiearbeit jedoch bei den Oscars nicht in die Endauswahl geschafft hat, ist mir absolut schleierhaft. Nicht nur aufgrund der sogenannten „Oscars-So-White“-Debatte, bei der seit Jahren mehr Diversität gefordert wird, hätte sie eine Nominierung verdient. Nein, alleine schon, weil sie mit LITTLE WOMEN eine verdammt perfekte Arbeit abgeliefert hat. Ohne den geringsten Zweifel.

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Filmplakat

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