Forgotten Island

08.10.2026

Der Animationsfilm ist ein Raum unendlicher Möglichkeiten, und doch sahen sich zumindest viele US-amerikanische Animationsfilme ziemlich ähnlich. Der knuffige, wenig experimentelle Disney- und Pixar-Look ist zwar noch allgegenwärtig, aber seit 2018 und „Into the Spider-Verse“ probieren besonders DreamWorks und Sony formal deutlich mehr aus. FORGOTTEN ISLAND treibt nun einiges auf die Spitze.

Jo ist ein aufgedrehtes Mädchen, das sich mit der introvertierten Raissa anfreundet. Über die Jahre werden die beiden zu besten Freundinnen, die davon träumen, die mysteriöse Insel Nakali zu entdecken. Nach einem Streit befördert ein Portal sie tatsächlich an diesen magischen Ort. Die Suche nach einem Weg nach Hause wird zu einem turbulenten Abenteuer.

Die beiden Regisseure von „Der gestiefelte Kater: Der letzte Wunsch“ präsentieren mit dem neuesten DreamWorks-Film nicht einfach ein animiertes Abenteuer, sondern drehen völlig frei. FORGOTTEN ISLAND als rasant zu bezeichnen, wäre eine riesige Untertreibung. Es ist ein Anschlag auf unsere Sinnesorgane. Ein Film, der mindestens so aufgedreht ist wie seine beiden Protagonistinnen.

Es ist eine filmische Gatling-Gun, irgendwo zwischen Zuckerrausch und Drogentrip, bei der sich alle ohne TikTok unweigerlich alt fühlen werden. Im Sekundentakt werden Gags, Anspielungen und Actionsequenzen rausgeballert. Das ist viel zu viel, um alles zu erfassen. Dementsprechend wird man entweder bereits nach ein paar Minuten vor Überforderung geistig abschalten oder sich begeistert von der Bilderflut tragen lassen.

Denn visuell ist FORGOTTEN ISLAND einfach großartig. Die titelgebende Insel ist eine herrlich bunte Welt voller kreativer Figuren und amüsanter Einfälle. DreamWorks führt den Stil von „Der wilde Roboter“ konsequent weiter und mischt mächtig Anime-Einflüsse dazu. „KPop Demon Hunters“ lässt grüßen.

Die emotionale Komponente geht dabei immer wieder unter, weil sich der Film einfach keine Pause gönnt. Interessant ist auch die Frage nach der Zielgruppe. Denn für die ganz Kleinen wird FORGOTTEN ISLAND nicht nur zu turbulent, sondern auch zu düster sein. Die Antagonistin des Films ist ähnlich schaurig wie der Böse Wolf in „Der gestiefelte Kater: Der letzte Wunsch“.

FORGOTTEN ISLAND ist ein völlig überdrehtes Abenteuer, das wirklich Spaß macht und beeindruckende Bilder liefert, die definitiv auf die Leinwand gehören. Vorausgesetzt, es besteht kein Herzinfarktrisiko. Denn so schnell war westliches Animationskino wohl noch nie.

Trailer

Im Rahmen der Berichterstattung
ab12

Originaltitel

Forgotten Island (USA 2026)

Länge

109 Minuten

Genre

Abenteuer / Animation / Familie

Regie

Joel Crawford, Januel Mercado

Drehbuch

Joel Crawford, Januel Mercado

Original-Stimmen

H.E.R., Liza Soberano, Dave Franco, Jenny Slate, Manny Jacinto, Dolly De Leon , Jo Koy, Ronny Chieng, Kevin Mccann, Lea Salonga

Deutsche Stimmen

Magdalena Höfner, Gabrielle Pieterman, Tim Schwarzmaier, Maximiliane Häcke, Manuel Straube, Florepina Sablik, Matti Klemm, Patrick Roche, Sascha Rotermund, Anna Dramski

Verleih

Universal Pictures International Germany GmbH

Filmwebsite

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