Disneys Live-Action-Remake-Maschine läuft munter weiter: Dieses Mal ist VAIANA an der Reihe – und das, obwohl der Animationsfilm gerade einmal zehn Jahre alt ist…
Bislang war auf ihrer Insel die Welt noch in Ordnung, es gibt reichlich Fisch sowie Obst und Gemüse im Überfluss. Doch jetzt muss die junge VAIANA (Catherine Lagaʻaia) feststellen, dass die Fischer mit leeren Booten zurückkehren und die Pflanzenwelt der Insel mehr und mehr verendet. „Dann müssen wir halt über das Riff hinaus segeln und dort fischen“, ruft sie ihrem Vater Chief Tui (John Tui) zu, doch der winkt umgehend ab. Doch so einfach lässt sich Vaiana nicht abspeisen: Erst recht nicht, als ihre Großmutter Tala (Rena Owen) ihr in einer verborgenen Höhle die Segelflotte ihrer Urahnen zeigt, erkennt Vaiana, dass ihre Vorfahren einst die Welt besegelt haben. Doch warum haben sie damit aufgehört?
Gramma Tala erzählt ihr daraufhin die Geschichte von Te Fiti, der Mutterinsel, einer lebensspendenden Göttin, die die Schöpfung verkörpert. Ihr Herz birgt die Kraft des Lebens selbst, ein Geschenk, das sie mit der Welt teilt. Doch als der listige Halbgott Maui (Dwayne Johnson) das Herz von Te Fiti stiehlt, in der Annahme, es würde ihm Liebe und Verehrung einbringen, entfesselt er unwissentlich eine schreckliche Dunkelheit, die alles Leben in der gesamten Region bedroht.
Schnell ist in Vaiana der Entschluss gereift: Sie wird über die Meere segeln, und Maui dazu bringen, das Herz von Te Fiti zurückzubringen…
Den Drang der Walt Disney Studios, ihre Animationsfilme als Live-Action-Versionen neu aufzulegen, habe ich bis heute nicht wirklich verstanden. Okay, bei „Arielle, die Meerjungfrau“ hat das sogar noch Sinn ergeben, weil hier das allgemeine Frauenbild des Originals zeitgemäß modernisiert wurde. Aber beim gerade einmal zehn Jahre alten „Vaiana„-Original erschließt sich mir der Sinn nicht so recht – und zwar aus zweierlei Gründen:
Zuallererst wäre da die Menge der Figuren, die auch hier durch Animation zum Leben erweckt werden. Lediglich die menschlichen Figuren werden von echten Schauspielern dargestellt. Beim Original war die Animation des Wassers ein wesentlicher Knackpunkt. Hätten es die Grafiker 2016 nicht hinbekommen, das Element Wasser wie eine eigenständige Figur darstellen zu können, wäre der Film sicherlich gefloppt – wenn man ihn denn überhaupt veröffentlicht hätte.
Und zweitens haben sich Regisseur Thomas Kail und die Drehbuchautor:innen Jared Bush und Dana Ledoux Miller bei VAIANA im Gegensatz zu „Arielle, die Meerjungfrau“ strikt an das Original gehalten. Die Abweichungen fallen so marginal aus, dass sie mir nicht aufgefallen sind – sofern es sie denn überhaupt gibt.
Aber genug der negativen Punkte, denn VAIANA zeigt – im Gegensatz zur Fortsetzung „Vaiana 2“ –, dass die Geschichte immer noch zu den besten des Animationsfilmgenres zählt. Und so fiebert man mit der jungen Frau mit, selbst wenn man den Ausgang der Geschichte bereits kennt. Die Bilder, die der Kameramann Oscar Faura hier einfängt, sind visuell beeindruckend.
Der größte Trumpf des Films ist jedoch Catherine Lagaʻaia, die die Figur der VAIANA mit einer solchen Intensität füllt, dass man sich den Film ohne sie nur schwer vorstellen kann. Im Casting-Prozess hat sich die damals 16-Jährige zu Recht gegen mehr als 32.000 Bewerber durchgesetzt.
Am Ende des Tages mag das Live-Action-Remake vielleicht prinzipiell überflüssig sein – das bedeutet aber nicht, dass es nicht sehenswert ist.
Moana (USA 2026)
116 Minuten
Abenteuer / Familie / Komödie
Thomas Kail
Jared Bush, Dana Ledoux Miller
Oscar Faura
Dwayne Johnson, Catherine Lagaʻaia, Rena Owen, John Tui, Frankie Adams, Jemaine Clement
Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH