Primate

29.01.2026

Was passiert, wenn ein von Menschen aufgezogener Affe plötzlich von der Tollwut befallen wird und Jagd auf alles und jeden macht? Dieser Frage hat sich der Regisseur Johannes Roberts in seinem Horrorfilm PRIMATE gestellt…

Die Ferien haben begonnen, endlich genügend Zeit um mal wieder bei der Familie auf Hawaii vorbeizuschauen, denkt sich Lucy (Johnny Sequoyah), die seit dem Tod ihrer Mutter eher durch Abwesenheit glänzte. Der exotische Wohnort lockt auch ihre Freunde Kate (Victoria Wyant) und Hannah (Jessica Alexander) mit an, die von traumhaften Stränden, warmer Sonne und kostenloser Logis im Palmenparadies des 50. Bundesstaates der USA träumen. Im Flieger lernen die Mädels ein paar genauso arglose Jungs namens Drew (Charlie Mann). Nick (Charlie Mann) und Brad (Tien Simon) kennen, die ähnliche Pläne für die semesterfreie Zeit haben. Also tauscht man schnell die Mobildaten aus, damit man sich ad hoc auf eine Party treffen kann.

Und was für ein Zuhause die Studentinnen erwartet: Eine traumhafte große, schöne, modern eingerichtete Villa irgendwo abgelegen an der Vulkanstein-Küste Hawaiis. Dort wartet Lucys taub-stummer Vater Adam (Troy Kotsur), Autor vieler Romane über die Primaten-Forschung, ihre Schwester Erin (Gia Hunter) und Ben, der zahme Hausaffe. Ein Schimpanse, den die verstorbene Mutter aufgezogen hat, um die Kommunikation mit Primaten zu trainieren. Der clevere Ben ist inzwischen in die Jahre gekommen, er ist nicht mehr der kleine niedliche Affe, sondern ein ausgewachsener Menschenaffe, der inzwischen via Touchpad mit seiner Umwelt spricht. Leider wird der sehr neugierige Mitbewohner in seinem eigenen eingezäunten Refugium von einer tollwütigen Manguste gebissen. Der Schimpanse tötet das kleine Raubtier, ist aber infiziert und hat bald die typischen aggressiven Symptome…

Der filmische Affen-Klassiker ist sicherlich „King Kong und die Weisse Frau“ aus dem Jahre 1933. Rückblickend wohl eher ein als Abenteuer-Horrorfilm einzuordnen. Weltweit aber ein gigantischer Erfolg. Bedingt durch den 2. Weltkrieg waren danach andere Themen wichtiger in der Filmindustrie, so geriet das Tierhorror-Genre ein wenig in Vergessenheit. Dies änderte sich ab Mitte der 1950er Jahren als in Hollywood sogenannte B-Movies mit gigantischen Tieren (z.B. Formicula, 1954 und Tarantula, 1955) gedreht wurden, symbolisch für die Bedrohung durch den Kommunismus. Beliebt besonders bei Autokino-Betreibern, weil Jugendlichen zu Scharen in Doppelvorstellungen dieser Filme strömten. Nach dem Vietnamkrieg kam endlich Farbe in das ganze Genre: Ab den 1970er Jahre regierten Tierhorrorfilme wie z.B. Der Weisse Hai, 1974 oder Barracuda, 1978 international an den Kinokassen. Zuerst wurden mehr oder minder exotische Wildtiere im Ausnahmezustand gezeigt, die sich als wahre Kassenschlager entpuppten. Kein Wunder also, dass 1976 King Kong erneut verfilmt wurde. Doch dann schaffte ab Beginn der 1980er der US-amerikanische Horror-Autor Stephen King, mit „Cujo“ dem Genre eine völlig neue Wendung zu geben. Er ließ einen 100kg schweren Bernhardiner durch einen Biss einer tollwütigen Fledermaus vom kuscheligen Familien-Wauwi zur Killermaschine auf vier Pfoten mutieren. Die Horrortiere hielten plötzlich Einzug in die sichergeglaubten Vierwände der Menschen, um sie zu terrorisieren.

Zwei Tiere, die es ohne Menschen auf Hawaii eigentlich nicht geben würde. Das eine wild und mit einem tödlichen Virus infiziert, dass andere mehr oder minder gezähmt. Der Film „Cujo“ (1983) stand eindeutig Pate für PRIMATE und wird in vielen Szenen affenmäßig angepasst zitiert. Das Primaten sich nur durch wenig genetische Prozente von uns Menschen unterscheiden, ist besonders bei Schimpansen und Bonobo-Affen zu erkennen. Dabei muss angemerkt werden, dass Menschenaffen körperlich sehr viel stärker sind als wir Menschen. Und genau das spielt Ben in die Hände. Da er nicht schwimmen kann, verschanzen sich die menschlichen Opfer im hauseigenen Swimmingpool. Für den von Menschen aufgezogenen Affen nur ein kleines Hindernis bei seinem Horrortrip.

Der neueste Film von Johannes Roberts, bekannt über die „47 Meters Down“-Filme vergibt leider gleich zu Beginn eine Überraschung, was ihn aber qualitativ nicht minder brutal macht. Da PRIMATE viele „Cujo“-Zitate enthält, mag er für Tierhorror-Genre-Fans nicht so der ganz große Wurf sein. Für alle neugierigen Horror-Fans bietet er solide Unterhaltung.

Trailer

ab16

Originaltitel

Primate (USA 2025)

Länge

89 Minuten

Genre

Horror

Regie

Johannes Roberts

Drehbuch

Johannes Roberts, Ernest Riera

Kamera / Bildgestaltung

Stephen Murphy, BSC, ISC

Darsteller

Johnny Sequoyah, Jessica Alexander und Troy Kotsur sowie Victoria Wyant, Gia Hunter, Benjamin Cheng, Charlie Mann, Tienne Simon, Miguel Torres Umba

Verleih

Paramount Pictures Germany GmbH

Filmwebsite

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