Ein alternder Hund, der plötzlich mit Superkräften ausgestattet ein zweites Leben beginnt – das könnte der Beginn eines tollen Animationsfilms sein. Doch CHARLIE DER SUPERHUND enttäuscht gleich auf mehreren Ebenen.
Danny (im Original: Dawson Littman und sein Hund Charlie (Owen Wilson) sind zwar unzertrennlich, dennoch nagt der Zahn der Zeit an dem Golden Retriever. Nicht mehr lange und heißt Abschied nehmen – das weiß auch Danny nur zu gut. Doch dann geschieht das Unglaubliche: Zusammen mit der fiesen Nachbarskatze Puddy (Ruairi MacDonald) wird Charlie von Außerirdischen entführt und soll als Spielzeug für den jüngsten Alien-Sprössling herhalten. Aber selbst nach diversen Modifikationen ist der Kleine unzufrieden: Langweilig! Also landen Charlie und Puddy zurück auf der Erde, allerdings ausgestattet mit Superkräften. Was kann da schon schiefgehen…
Das klingt auf den ersten Blick nach einer tollen Idee. CHARLIE DER SUPERHUND ist deutlich anzusehen, dass dem kanadischen Animationsstudio Icon nur ein Bruchteil des Budgets zur Verfügung stand, das die große Konkurrenz normalerweise für einen Animationfilm ausgibt. Das macht sich u.a. in starren, ungelenken Bewegungen bemerkbar, die schnell den Eindruck erwecken, als würde irgendetwas fehlen. In der Regel kann man über dieses Manko hinwegsehen, wenn dafür die Geschichte stimmt. Doch genau da liegt der Hase im Pfeffer, oder vielmehr der Hund in der Hütte.
Wenn gleich zu Beginn im Zeitraffer all die schönen Momente gezeigt werden, die Danny und Charlie in der gemeinsamen Zeit hatten, dann wirkt das zwar teilweise niedlich, erreicht aber nie die emotionale Tiefe anderer Filme – man denke nur an Disneys „Oben“. Dabei gehört es zum Gang der Natur, dass man irgendwann aufgrund der unterschiedlichen Lebenszyklen von seinem Haustier Abschied nehmen muss. Insofern wäre es schön gewesen, wenn sich CHARLIE DER SUPERHUND darauf konzentriert hätte oder zumindest wie beim Kreislauf des Lebens wieder dorthin zurückgekehrt wäre. Doch die Macher entschieden sich stattdessen dafür, auf alberne Gags zu setzen, die mitunter sogar eine nicht unerhebliche Form von Fremdscham auslösen.
Nein CHARLIE DER SUPERHUND ist ein Animationsfilm, den man im Anschluss schnell wieder vergisst. Schade eigentlich.
Charlie the Wonderdog (Kanada 2025)
92 Minuten
Animation / Familie / Komödie
Shea Wageman
Steve Ball, Raul Inglis, Shea Wageman
Owen Wilson, Dawson Littman, Ruairi McDonald, Tabitha St. Germain, Zac Bennett-McPhee
Splendid Film GmbH