Nie Allein

05.02.2026

In NIE ALLEIN greift der finnische Regisseur Klaus Härö ein unbekanntes Thema des Zweiten Weltkriegs auf: die drohende Deportation finnischer Juden…

Während des Zweiten Weltkriegs suchten jüdische Menschen Zuflucht in der Ferne. Auch in Finnland strandeten viele davon und hofften hier auf einen Neuanfang. Doch durch Finnlands Bündnis mit Nazi-Deutschland drohte die Situation zu eskalieren, als die jüdischen Geflüchteten in die Konzentrationslager der Nazis deportiert werden sollten, um sich Deutschland nicht zum Feind zu machen. Zu dem Zeitpunkt war der Textilfabrikant Abraham Stiller (Ville Virtanen) ein angesehenes Mitglied der jüdischen Gemeinde in Finnland, der es nicht übers Herz brachte, tatenlos zuzusehen. Er setzte fortan alles und jeden in Bewegung, um die Geflüchteten in seinen Produktionsstätten unterzubringen. Doch mit seinem Wunsch, alle zu schützen gerät er langsam an seine Grenzen…

Als der Autor und Regisseur Klaus Härö („The Fencer“, „One Last Deal“ „My Sailor, My Love“) von Abraham Stiller hörte, fragte er sich, warum diese unglaubliche Geschichte so gut wie niemand kannte und war entschlossen, diese zu verfilmen. Dass trotzdem noch 15 Jahre ins Land ziehen würden, bis der Film das Licht der Kinosäle erblicken sollte, hätte Härö seinerzeit nicht vermutet. Aber nach seiner Deutschlandpremiere beim Filmfest Emden-Norderney und einem erneut begeisterten Empfang bei den Nordischen Filmtagen in Lübeck entschied sich der Verleih UCM.one, den Film mit einem Event-Start am 5. Februar 2026 in die deutschen Kinos zu bringen.

Natürlich weckt die Geschichte sofort Assoziationen zu „Schindlers Liste“ von Steven Spielberg, in dem ein Fabrikant ebenfalls jüdischen Menschen das Leben rettet, indem er sie in seinen Fabriken einsetzt und vor dem Zugriff der Nazis schützt. Damit hören die Vergleiche aber auch schon wieder auf, was NIE ALLEIN natürlich nicht uninteressanter macht. Zwar wurden am Ende gerade einmal acht Juden aus Finnland deportiert, was angesichts von sechs Millionen getöteter Juden nur ein Tropfen im Ozean ist, dennoch steckt hinter jedem ein echtes Leben. Und niemand weiß, wie vielen finnischen Juden ohne Abraham Stiller das gleiche Schicksal ereilt hätte.

Mit seiner routinierten Inszenierung erzählt Klaus Härö die Geschichte ohne großes Aufheben. Zwar waren mir einige Szenen zu hochglanzpoliert, doch das mindert die Wichtigkeit der Geschichte zu keinem Zeitpunkt. Gerade in unserer heutigen Zeit, in der Fremdenfeindlichkeit und Deportationsfantasien erneut die Runde machen, sind Filme wie NIE ALLEIN immens wichtig.

Interview

Im Rahmen der Nordischen Filmtage hatte ich dank der fantastischen Unterstützung des CineStar Lübeck die Gelegenheit, mit dem finnischen Autor und Regisseur über seinen Film NIE ALLEIN zu sprechen.

Trailer

Im Rahmen der Berichterstattung
ab12

Originaltitel

Ei Koskaan Yksin / Never Alone (Finnland / Österreich / Estland / Deutschland / Schweden 2024)

Länge

85 Minuten

Genre

Drama / Historie

Regie

Klaus Härö

Drehbuch

Klaus Härö, Jimmy Karlsson

Kamera / Bildgestaltung

Robert Nordström

Darsteller

Ville Virtanen, Nina Hukkinen, Rony Herman, Naemi Latzer

Verleih

UCM.ONE GmbHr

Filmwebsite

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