Gemini Man

Kinostart: 03.10.2019

ab12 OT: Gemini Man (USA 2019)
Länge: 117 Minuten
Genre: Thriller / Action
Regie: Ang Lee
Drehbuch: David Benioff, Billy Ray, Darren Lemke
Darsteller: Will Smith, Mary Elizabeth Winstead, Clive Owen, Benedict Wong
Verleih: Paramount Pictures Germany GmbH

Der Elite-Auftragskiller Henry Brogan (Will Smith) sieht sich plötzlich selbst im Zentrum der Verfolgung durch einen mysteriösen jungen Agenten, der scheinbar jeden einzelnen seiner Schritte vorhersehen kann. 

Kritik

Ang Lee hat es wieder getan: Mit GEMINI MAN setzt er die Messlatte des Action-Kinos erneut eine Stufe höher…

Über die Geschichte in GEMINI MAN muss man eigentlich nicht viel Worte verlieren – sie ist absolut überschaubar. Ein Auftragskiller – natürlich der Beste seiner Zunft – sieht sich plötzlich einem Gegner gegenüber, der ihm immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Das kommt natürlich nicht von ungefähr, denn hierbei handelt es sich um seinen Klon. Das ist wenig überraschend und wird auch sehr schnell im Laufe des Films klar. Was sich dann entwickelt, ist vielmehr eine Vater-Sohn-Geschichte, denn ein Action-Thriller. Eben eine Geschichte, wie man sie schon etliche Male so oder so ähnlich gesehen hat. 

Das Besondere an GEMINI MAN hingegen ist die Technik. Zuerst einmal spielt Will Smith hier auch sein jüngeres ich. Dabei wirkt der digital verjüngte Smith erstaunlich real. Mir ist trotz genauerem Hinsehen kein Punkt aufgefallen, in dem die Technik des Motion Capturing versagt hat. 

Außerdem setzt Ang Lee hier auf eine erhöhte Bildrate. Statt der üblichen 24 Bilder wurde der Film mit 120 Bildern pro Sekunde gedreht. In der von mir besuchten Pressevorführung lief der Film dann zumindest noch mit 60 Bildern pro Sekunde. Das kommt den normalen Sehgewohnheiten des menschlichen Auges schon extrem nahe und so ist das Bild auf der Leinwand so gestochen scharf, wie man noch nie gesehen hat. Okay, von ein paar Filmen zuvor einmal ausgenommen, aber die haben meist „nur“ mit 48 Bildern pro Sekunde gearbeitet. 

An diese neue Schärfe muss man sich als Zuschauer aber erst einmal gewöhnen und viele kritisieren das Erlebte als viel zu reell und somit als viel zu künstlich. Ich denke aber, dass das in erster Linie daran liegt, dass man aus dem Kino – gerade bei großen Schwenks – keine solche Detailtiefe gewohnt ist. Sollten in Zukunft alle Filmemacher diese Technik verwenden, würden wir uns als Zuschauer relativ schnell daran gewöhnen. Aber in diesem Moment ist es erst einmal neu. Aber im Gegensatz zum „normalen“ 3D-Effekt, der bislang nur in den wenigsten Filmen sinnvoll eingesetzt wurde, bietet dieses HFR-Verfahren (High Frame Rate), vom Verleih auch 3D+ genannt, durchaus Potential. Bleibt nur abzuwarten, ob die restliche Filmindustrie auf diesen Zug aufspringen wird oder nicht… 

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