In TICKET INS LEBEN trifft existenzielle Dunkelheit auf unbeschwerte Lebensfreude — und das Ergebnis ist eine überraschend gelungene Tragikomödie, die beweist: Auch über die härtesten Themen des Lebens lässt sich lachen, wenn die richtigen Akteure am Werk sind.
Als der gefeierte Chansonnier Antoine Toussaint (Gérard Darmon) mit einem Schlaganfall auf der Bühne zusammenbricht, scheint dies das Ende seiner Karriere zu sein. Zwar kann er sich mühevoll wieder berappeln, die Lust am Leben hat er offenbar verloren — und so begibt er sich zu einer Sterbehilfe-Klinik in die Schweiz. Allerdings verläuft die Zugfahrt nicht ganz so, wie Antoine es sich vorgestellt hat, als sich die quirlige Victoire (Valérie Lemercier) zu ihm setzt. Sie kann selbst kaum glauben, plötzlich ihrem großen Idol gegenüberzusitzen, und lässt ihm fortan keine ruhige Minute. Obwohl Antoine sie schnellstmöglich loswerden möchte, gestaltet sich das als schier unmöglich, denn ohne es zu ahnen wirbelt Victoire seine Pläne mächtig durcheinander. Und je mehr Zeit sie verbringen, desto mehr findet der Sänger Gefallen an ihr…
Ein lebensmüder Mensch und ein vor optimistischer Lebensfreude sprudelndes Gegenüber – das hat es in der Filmgeschichte schon unzählige Male gegeben. Und TICKET INS LEBEN macht auch überhaupt keine Anstalten, einer solchen Geschichte einen komplett neuen Anstrich zu geben. Wozu auch? Schließlich kommt es in solchen Fällen einzig und allein auf die Chemie zwischen den Protagonisten an. Und die stimmt zwischen Valérie Lemercier und Gérard Darmon.
Eine Geschichte rund um das Thema „Sterbehilfe“ als Komödie zu verpacken, ist nicht gerade die einfachste Aufgabe, da kann der Balanceakt zwischen Tragik und Komödie sehr schnell misslingen. Doch Regisseur Jean-Pierre Améris, der zusammen mit Marion Michau auch das Drehbuch geschrieben hat, gelingt genau das. Zwar ist die Figur der Victoire mitunter ziemlich nervtötend, irgendwann überträgt sich ihr entwaffnender Charme aber in Teilen auch auf das Publikum. Auch wenn sie sich so manches Mal immer tiefer in ihrem Lügengerüst verfängt, ist sie immer dann am überzeugendsten, wenn sie die Wahrheit spricht.
Wie sich die beiden am Ende entscheiden, dürfte niemanden wirklich überraschen – aber der Weg dorthin schon. Schließlich bedeutet eine 40-prozentige Wahrscheinlichkeit, einen erneuten Schlaganfall zu erleiden, auch, dass dies mit 60-prozentiger Wahrscheinlichkeit genau nicht eintritt.
Aimons-nous vivants (Frankreich 2025)
91 Minuten
Komödie / Romanze
Jean-Pierre Améris
Marion Michau, Jean-Pierre Améris
Pierre Milon
Valérie Lemercier, Gérard Darmon, Patrick Timsit, Alice de Lencquesaing, Aurélien Cavagna, Eric Viellard, Sophie Mounicot, François Berland
Weltkino Filmverleih GmbH