The Innocents (NFL 2021)

FSK noch unbekannt OT: De Uskyldige (Norwegen / Schweden / Dänemark / Großbritannien / Frankreich / Finnland 2021)
Länge: 117 Minuten
Genre: Drama / Horror / Thriller
Regie: Eskil Vogt
Drehbuch: Eskil Vogt
Darsteller: Rakel Lenora Fløttum, Alva Brynsmo Ramstad, Sam Ashraf, Mina Yasmin Bremseth Asheim
Verleih: Capelight Pictures Gerlach Selms GbR

Mit seinem Film THE INNOCENTS zeigt Regisseur Eskil Vogt, dass es keiner verfluchten Orte oder fieser Monster bedarf, um echten Horror zu verbreiten. Es reichen auch ein paar „unschuldige“ Kinder. 

Eigentlich hatte sich die kleine Ida ihren Sommer anders vorgestellt, aber nun muss sie mit ihrer Mutter und ihrer autistischen Schwester Anna in einen anonymen Sozialblock ziehen. Doch schon bald lernt sie dort den Jungen Ben kennen, mit dem sonst irgendwie niemand etwas zu tun haben will. Es stellt sich heraus, dass er über telepathische Kräfte verfügt, mit denen er seine Umwelt manipuliert. Die kleine Aisha hingegen kann die Gedanken der in sich gekehrten Anna lesen. Vier Kinder entdecken nach und nach ihre übernatürlichen und dunklen Kräfte, aber schon bald wird aus ihren Spielen blutiger Ernst.

Gleich in der ersten Szene kneift Ida ihrer etwas älteren Schwester Anna, sehr wohl wissend, dass diese sie nicht verpetzen kann. Aber Ida ist einfach frustriert, dass ihrer behinderten Schwester viel mehr Aufmerksamkeit zuteil wird. Und Kinder können nun mal grausam sein. Mit diesem Auftakt stellt der norwegische Regisseur von vorn herein klar: Unschuldig, wie es der Titel vermuten lässt, ist hier niemand. 

Doch das bösartige Ärgern der eigenen Schwester wird nicht das Schlimmste bleiben, was hier passiert, schon bald fährt Vogt härtere Geschütze auf – aber das soll an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden.

Vogt zeigt aber auch, dass er sich für seine Geschichte Zeit nimmt. Nur langsam geraten die Dinge in Bewegung, so dass man als Zuschauer aufpassen muss, nicht den Eindruck zu bekommen, hier würde nichts passieren. Es dauert halt ein wenig.

Das Besondere an THE INNOCENTS ist aber, dass der Film ausnahmslos aus der Perspektive der Kinder erzählt wird, die ihre neuentdeckten Fähigkeiten vor ihren Eltern geheimhalten. Manchmal wünscht man sich als Zuschauer, die Erwachsenen würden mal ein wenig besser aufpassen oder überhaupt einmal Interesse an ihren Kindern zeigen, doch das bleibt leider Wunschdenken. Wie die Kinder nach und nach ihre Kräfte entdecken und ausnutzen, lässt Schlimmes erahnen. 

Doch woher die Kräfte kommen, was die Ursache dafür ist, lässt der Regisseur komplett außen vor. Nicht einmal eine Andeutung lässt er fallen. Wo andere Genre-Vertreter sich irgendwann in Richtung Auflösung bewegen, verweigert sich THE INNOCENTS dem schlichtweg. Das kann man mögen oder hassen, aber Vogts Augenmerk liegt halt vielmehr darin, zu zeigen, was solche Fähigkeiten mit kleinen Kindern machen können. Manchmal braucht man für ein wenig Horror eben einfach nur ein paar unschuldig wirkende Kinder… 

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