Sing Street

Kinostart: 26.05.2016

ab6 OT: Sing Street (Irland / Großbritannien / USA 2016)
Länge: 106 Minuten
Genre: Drama, Musikfilm
Regie: John Carney
Drehbuch: John Carney
Darsteller: Ferdia Walsh-Peelo, Lucy Boynton, Jack Reynor, Maria Doyle Kennedy, Aiden Gillen, Kelly Thornton, Ben Carolan, Mark McKenna, Percy Chamburuka, Conor Hamilton, Karl Rice, Ian Kenny, Don Wycherley
Verleih: Studiocanal GmbH

Irland in den Achtzigern. Vor dem Hintergrund von Rezession und Arbeitslosigkeit wächst der jugendliche Conor (Ferdia Walsh-Peelo) in Dublin auf. Als Außenseiter in der Schule gebrandmarkt, flieht er in die Welt der Popmusik und träumt nebenbei von der unerreichbaren, schönen Raphina (Lucy Boynton). Seine Idee: Er lädt Raphina ein, im Musikvideo seiner Band aufzutreten. Sein Problem: Er hat gar keine Band, kann noch nicht mal ein Instrument spielen. Aber sein Plan darf auf keinen Fall scheitern. Also gründet er mit ein paar Jungs aus der Nachbarschaft kurzerhand eine Band und voller Leidenschaft schreiben sie ihre ersten Songs… 

Kritik

Kein einziger Regisseur versteht die Bedeutung von Musik so sehr wie John Carney. Das stellt er mit SING STREET erneut mehr als deutlich unter Beweis. Eigentlich möchte ich jetzt nichts anderes, als eine Band gründen…

Dass ein einziger Song mehr ausdrücken kann, als jedes gesprochene Wort, dürfte jedem bewusst sein, der sich auch nur ansatzweise mit Musik beschäftigt. Denn Songs vermitteln nicht nur eine Melodie und/oder einen Text, sondern zumeist auch tiefgründige Emotionen – okay, wenn wir einmal von ein paar Lalala-Boygroup-Songs oder Schlagern absehen. Diese Emotionen in kurze Videoclips zu übertragen, ist bereits eine Kunst für sich, an der bereits viele Regisseure gescheitert sind. Daraus aber einen abendfüllenden Spielfilm zu machen, der die perfekte Symbiose aus Songs und Handlung bildet, ist für mich die Königsklasse.

John Carney hat mit ONCE und CAN A SONG SAVE YOUR LIFE bereits zwei Mal bewiesen, dass es ihm genau das wie keinem anderen Regisseur gelingt. Als Musikliebhaber verbeuge ich mich vor dieser eindrucksvollen Leistung. Auch in SING STREET macht Carney wieder genau das, was er am besten kann und liefert vielleicht DEN Musikfilm des Jahres ab.

Zusätzlich fängt er dabei perfekt die Stimmung im Irland der 80er Jahre ein. Es herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit und beinahe jeder hat den Traum, nach Großbritannien auszuwandern, um dort sein Glück finden. In Irland gibt es offenbar keine Zukunft für junge Menschen. Unterstützt wird diese Stimmung durch die vielen Ratschläge des Bruders der Hauptfigur. Eine selbst Musiker, hat er sich inzwischen aufgegeben und lebt vor sich hin. Allerdings lässt er es sich nicht nehmen, seinen Bruder immer wieder mit mehr oder minder guten Weisheiten zu beglücken. „Keine Frau kann einen Mann lieben, der Phil Collins hört“ ist nur ein einziges Beispiel dafür.

Auch die Entwicklung der Band hat Carney perfekt dargestellt. Schließlich dauert es, bis eine Band ihren eigenen Stil findet. Zu Beginn wird man immer wieder durch andere Musiker und Songs beeinflusst und probiert sich in diese Richtungen aus. So klingt der erste Song „The Riddle of the Model“ ganz klar nach Duran Duran, während sich mit „Up“ und „To Find You“ langsam so etwas wie ein eigener Stil entwickelt.

Nachdem man sich intensive mit The Cure beschäftig, klingt natürlich auch „A Beautiful Sea“ danach. Den nächsten Einfluss machen Hall & Oates möglich. „Drive it Like You Stole it“ klingt verdammt nach „Maneater“. Mit dem sich langsam festigendem Stil steigt auch das Selbstverstrauen: „Du kannst Dinge nur aufhalten, aber nicht erschaffen“ erwidert Conor seinem größten Widersacher an der Schule.

Mit den letzten Songs „Girls“ und „Brown Shoes“ findet die Band dann schlussendlich ans Ziel und schließt damit den Film mehr als perfekt ab.

Wer mit den Songs der 80er Jahre aufgewachsen ist, der wird SING STREET mit Sicherheit lieben, vor allem die Songs des Soundtracks. Alle anderen erwartet ein faszinierender Blick in eine vergangene Welt voller wunderbarer Popsongs, wie sie heutzutage kaum noch geschrieben werden. SING STREET ist eine einzige Hommage an die Kraft der Musik. Wer gründet denn nun eine Band mit mir?

Soundtrack

Bildergalerie

Invalid Displayed Gallery

Trailer

Comments Closed

Kommentare sind geschlossen.

Filmplakat

Neustarts am 26.05.2016

Mein Praktikum in Kanada

Guibord (Patrick Huard) ist ein unabhängiger Abgeordneter, der Prescott-Makadewà-Rapides-aux-Outardes vertritt, einen großen Wahlkreis im Norden Québecs. Zu seinem großen Leidwesen wird der Politiker zum Zünglein an der Waage bei einer Abstimmung von nationaler Tragweite: Soll Kanada sich an einem Kriegseinsatz im Nahen Osten beteiligen? Guibords Stimme ist entscheidend. Das ganze Land schaut auf ihn.  

Money Monster

Der TV-Moderator Lee Gates (George Clooney) hat es durch seine erfolgreiche Finanzshow MONEY MONSTER im Fernsehen zu einiger Berühmtheit gebracht. Er genießt den Ruf, das Geld-Genie der Wall Street zu sein. Doch nachdem er seinen Zuschauern eine High-Tech-Aktie empfohlen hat, deren Kurs anschließend auf mysteriöse Weise abstürzt, nimmt ein wütender Investor (Jack O’Connell) Gates, seine Crew Weiterlesen

Outside the Box

Schluss mit Bückling: Frederick Schopner (Volker Bruch) hat die Nase voll davon, dass seine sogenannten Teamkollegen die Lorbeeren für seine Ideen einheimsen. Beim anstehenden Outdoor Firmenevent kann er endlich den drei abgehobenen Egomanen eine Lektion in Sachen „High Performance“ erteilen. Doch Teamoptimierung im Hochseilgarten war gestern. PR-Managerin Vanessa Kramer (Lavinia Wilson) möchte einen Presse-Coup landen Weiterlesen

Der Nachtmahr

Tina (Carolyn Genzkow) ist 17 Jahre alt und bildhübsch. Sie hat alles, was sich ein Mädchen in ihrem Alter wünschen kann: Es geht von geheimen Poolpartys in die Berliner Clubs, die Nächte sind lang, die Beats durchdringend und die Freunde zahlreich. Scheinbar grundlos hat Tina eines Nachts auf einer Party Visionen und bricht zusammen. Nacht Weiterlesen

Alice im Wunderland – Hinter den Spiegeln

Alice Kingsleigh (Mia Wasikowska) hat drei Jahre damit zugebracht, ihren Traum zu leben und die sieben Weltmeere als Kapitän ihres eigenen Schiffs zu bereisen. Bei ihrer Rückkehr nach London entdeckt sie, dass sich zwar viel geändert hat, die antiquierten Ansichten über die Rolle der Frau in der Gesellschaft aber unverändert sind und eine Zukunft, die Weiterlesen