Mystify: Michael Hutchence

Kinostart: 30.01.2020

ab12 OT: Mystify: Michael Hutchence (Australien 2019)
Länge: 102 Minuten
Genre: Dokumentation
Regie: Richard Lowenstein
Drehbuch: Richard Lowenstein
Darsteller: Michael Hutchence, Kylie Minogue, Paula Yates, Helena Christensen, Bono
Verleih: Happy Entertainment (MT Trading UG)

Er war einer der größten Popstars der 80er und 90er Jahre: Michael Hutchence, Frontmann und Songschreiber der australischen Rockband INXS, dem mit Songs wie „Never Tear Us Apart“ und „Mystify“ Welthits gelangen. Sein ausschweifendes Leben beherrschte immer wieder die Schlagzeilen. Kaum ein Rockstar war mit seinem Privatleben so in der Öffentlichkeit präsent wie Hutchence, von Drogengeschichten über viel publizierte Affären bis hin zum Aufsehen erregenden Scheidungskrieg, den Paula Yates, Hutchence’ letzte Lebensgefährtin, mit ihrem Noch-Ehemann Bob Geldof führte. 

Und doch kannten nur wenige die wahre Persönlichkeit des Musikers Michael Hutchence, der über viele Jahre an Depressionen und einer Angststörung litt. Mehr als zwanzig Jahre nach seinem viel zu frühen Tod im Alter von nur 37 Jahren haben Gerüchte und Legenden das überlagert, was Hutchence ausmachte: einen faszinierenden, widersprüchlichen Mann, der mit seinem Charme und seinem Charisma Millionen von Menschen in seinen Bann zog – seine Fans weltweit, seine Freunde und seine Geliebten.

Kritik

Michael Hutchence war eine Ausnahmeerscheinung. Trotzdem hat es mehr als zwanzig Jahre nach dem Tod des INXS-Sängers gedauert, bis die Doku MYSTIFY: MICHAEL HUTCHENCE erschien… 

Anfang der 1990er Jahre hatte ich einen ganz persönlichen Berührungspunkt zu Michael Hutchence. Meine damalige Freundin – ganz nebenbei die erste große Liebe meines Lebens – war ein leidenschaftlicher Fan der Band INXS und ihres charismatischen Sängers. Also kam ich nicht umhin, immer wieder dem gesammelten Backkatalog der australischen Rockband lauschen. Das war nicht weiter schlimm, schließlich gefiel mir die Musik und so wurde ich – ob ich nun wollte oder nicht – ebenfalls zum Fan. Hits wie „Never Tear Us Apart“ oder „Mystify“ zählen noch heute zu meinen absoluten Lieblingssongs. Entsprechend gespannt war ich auf die Dokumentation MYSTIFY: MICHAEL HUTCHENCE.

Dem Regisseur Richard Lowenstein ist es gelungen, ein äußerst intimes Bild des Sängers zu zeichnen. Erstaunlicherweise gibt es tatsächlich Dinge aus seinem Leben, die selbst mir als Fan nicht bekannt waren. So stellt der Film die Frage auf, ob der Tod des Sängers 1997 nicht doch auf die Nachwirkungen eines Unfalls zurückzuführen sei. Ein sehr interessanter Ansatz, den Lowenstein äußerst nüchtern betrachtet und sich nicht von all den Geschichten und Legenden blenden lässt, die seitdem entstanden sind. 

Auch technisch gesehen legt Lowenstein hier einen bemerkenswerten Film vor. Es ist erstaunlich, wie viel Bildmaterial es gibt und wie gut er diese Versatzstücke zu einem Film zusammenfügt. Dabei kommt MYSTIFY: MICHAEL HUTCHENCE komplett ohne sogenannte „Talking Heads“ aus. Der Film kombiniert die Aussagen diverser Wegbegleiter stattdessen mit entsprechendem Bildmaterial und sorgt so dafür, dass sich die Doku wohlwollend von anderen Vertretern des Genres abhebt. 

MYSTIFY: MICHAEL HUTCHENCE ist eine äußerst eindrucksvolle Dokumentation über einen unfassbar talentierten Mann, der uns leider viel zu früh verlassen hat. In der vergangenen Woche hätte Hutchence übrigens seinen 60. Geburtstag gefeiert. Wenn das kein Grund ist, mal wieder eine Doku im Kino zu schauen… 

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