Die Heinzels – Rückkehr der Heinzelmännchen

Kinostart: 30.01.2020

ab0 OT: Die Heinzels – Rückkehr der Heinzelmännchen (Deutschland 2019)
Länge: 78 Minuten
Genre: Animation
Regie: Ute von Münchow-Pohl
Drehbuch: Jan Strathmann
Darsteller: Jella Haase, Louis Hofmann, Leon Seidel, Detlef Bierstedt, Elke Heidenreich, Bill Mockridge, Marie-Luise Marjan, Rolf Berg, Ranja Bonalana
Verleih: Tobis Film GmbH & Co. KG

Heinzelmädchen Helvi (Jella Haase) hat es satt! Seit mehr als 250 Jahren verstecken sich die Heinzelmännchen nun schon tief unten in der „furzfinsteren“ Erde vor der Menschenwelt. Während die anderen Heinzels auf der Jagd nach der größten Zipfelmütze fleißig ihrem Handwerk nacheifern, stürzt die quirlige Helvi mit ihrem überbordenden Tatendrang von einem Missgeschick ins nächste. Heimlich schleicht sie sich mit den Heinzeljungen Butz (Leon Seidel) und Kipp (Louis Hofmann) ans Tageslicht und stößt direkt auf den stinkstiefeligen Bäcker Theo (Detlef Bierstedt). Der hat tatsächlich wenig zu lachen, ruiniert ihm sein geldgieriger Bruder Bruno (Rolf Berg) fast das Geschäft. Für Helvi ist klar: Ihr neuer Freund braucht Hilfe. Und wer wäre dafür besser geeignet als die Heinzelmännchen? 

Kritik

Deutsche Animationsfilme haben gegen die Disney-Übermacht immer einen schweren Stand. Doch mit DIE HEINZELS – RÜCKKEHR DER HEINZELMÄNNER kommt jetzt ein wirklich charmanter Vertreter um die Ecke… 

Am vergangenen Sonntag fand in den Hamburger Zeise-Kinos die Premiere des Animationsfilmes DIE HEINZELS – RÜCKKEHR DER HEINZELMÄNNER statt mit einem Saal voller Kinder, die gebannt den Abenteuern der kleinen Helfer auf der Leinwand folgten. Bei solchen Vorführungen kann man sehr schnell erkennen, ob ein Film für seine Zielgruppe gemacht ist, oder gnadenlos daran vorbei schrammt. Doch die kleinen Zuschauer waren völlig gefesselt von der Geschichte vor ihnen auf der Leinwand. Niemand (okay, kaum jemand) verließ das Kino und alle blieben bis zum Abspann ruhig. Das habe ich schon ganz anders erlebt, wenn Kinder schon nach kurzer Zeit ihr Interesse an der Handlung verlieren. Insofern ist das der Regisseurin Ute von Münchow-Pohl hoch anzurechnen. 

Ihr ist es nämlich gelungen, eine altbekannte Geschichte in die Neuzeit zu verfrachten und mit aktuellen Aspekten anzureichern. Da wäre zuerst einmal die Diversität: Hier steht nämlich ein kleines Heinzelmädchen – darauf legt Helvi ganz besonders Wert – im Vordergrund und ihren Versuchen, einen Platz in der Gesellschaft zu finden, ohne dabei die eigene Identität aufzugeben. Jella Haase verleiht dieser Figur nahezu perfekt ihre Stimme und macht den Film so erst recht sehenswert. 

Von Münchow-Pohl beschränkt sich aber nicht auf die klassische Geschichte der Heinzelmännchen. Diese erzählt sie zwar in einem liebevoll-chaotischen Theaterstück im Film, aber nur um dann im wahrsten Sinne des Worte die Kulissen einzureißen und neu aufzubauen. Themen wie Globalisierung und die Verdrängung kleiner Betriebe werden da angeführt, so dass auch die großen Zuschauer erfolgreich bei der Stange gehalten werden. 

Auch die Animation selbst braucht sich überhaupt nicht vor großen US-Produktionen zu verstecken. Im Gegenteil – was das Studio hier geleistet hat, verdient alle Achtung! Und wer weiß, stellen wir ja in einem Jahr fest, dass die Heinzelmännchen – und Heinzelmädchen – einen globalen Weltzug angetreten haben. Denn so universell, wie die Geschichte ist, dürfte sie auch in anderen Ländern wunderbar funktionieren. 

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