Der mürrische Witwer Ingmar aus einer südschwedischen Kleinstadt entdeckt, dass er mit seinem Gartenwasserhahn Regen erzeugen kann! Da gerade extreme Dürre herrscht, sucht auch eine Politikerin aus der Region nach Lösungen. Der schwedische Regisseur Hannes Holm lieferte uns bereits mit „Ein Mann namens Ove“ einen grantigen Rentner, der das Kinopublikum begeisterte. Funktioniert das nochmal mit der Tragikomödie DER REGENMEISTER?
Ingmar Karlsson (Robert Gustafsson) lebt in tiefer Trauer, denn seine geliebte Frau ist an einer Krebserkrankung gestorben. Die Rosen im Garten waren ihr ganzer Stolz. Doch nun brennt die Sonne unerbittlich, während der erlösende Regen auf sich warten lässt. Nachbar Rolf (Jonas Karlsson) ärgert Ingmar andauernd mit Tipps zur Gartenpflege. Und das Verhältnis zu seiner Tochter Erika (Emelia Sallhag) ist gestört. Der heißeste Sommer aller Zeiten in Schweden hält auch die Lokalpolitikerin Anette (Karin Lithman) auf Trab. Als sie nun von Rolf erfährt, dass Ingmar als DER REGENMEISTER anscheinend das kühle Nass steuern kann, wird sie hellhörig.
Den schwedischen Komiker Robert Gustafsson kennen wir aus „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ – und ja, auch in DER REGENMEISTER ist er die absolute Idealbesetzung. Doch Regisseur Hannes Holm verzettelt sich zu sehr in seiner Erzählung. Denn: Ingmar hat eine Theatervergangenheit. Er leitete einst das örtliche Theater, das von Anette geschlossen wurde. Und nun soll er der Lokalpolitikerin helfen? Außerdem hatte Ingmar seine Familie immer hintangestellt, um seiner Künstlerkarriere zu frönen. Tochter Erika war davon seit jeher nicht begeistert – und wirft ihm sogar vor, dass er ihre Mutter getötet hat. Er hatte sie schwerkrank aus dem Hospital nach Hause geholt, wo sie im Rosengarten starb.
Ingmar blüht auf und inszeniert sich als DER REGENMEISTER – samt aller Theatralik, die dem innewohnt. Zusammen mit Nachbar Rolf steuert er den Regen. Der schreibt indessen Briefe an seine Ex-Frau, die ihn einst verlassen hat. Rolf ist also auch ein komischer Kauz. Jonas Karlsson hat sich als Co-Drehbuchautor die Rolle wohl auf den Leib geschrieben. Und die alten Männer erinnern als Duo infernale auch herrlich an Jack Lemmon und Walter Matthau („Ein seltsames Paar“). Die Klimakrise ist zwar ein aktuelles Thema, doch der magische Realismus, den Hannes Holm hier bemüht, mag nicht so recht zünden. Das Familiendrama überfrachtet schließlich die Kerngeschichte. Weniger wäre hier tatsächlich mehr gewesen. Außerdem ist die Inszenierung etwas sehr bräsig geraten.
Regenmannen (Schweden 2025)
109 Minuten
Tragikomödie
Hannes Holm
Hannes Holm, Jonas Karlsson, Robert Gustafsson
John Christian Rosenlund
Robert Gustafsson, Jonas Karlsson, Emelia Sallhag, Simon Gregor Carlsson, Karin Lithman
Leonine Distribution GmbH