Nach inzwischen zehn Filmen gehören sie fast schon zur Familie: der tiefenentspannte Dorfpolizist Franz Eberhofer und seine On-Off-Beziehung mit der energischen Susi Gmeinwieser – und natürlich auch Franz’ Spezi Rudi Birkenberger, ein Privatdetektiv mit recht unorthodoxen Methoden. Nicht zu vergessen: der Kreisverkehr am Rande von Niederkaltenkirchen. Doch in STECKERLFISCHFIASKO – wieder unter der Regie von Ed Herzog – ist alles etwas anders.
Franz (Sebastian Bezzel) ist mit seiner Freundin Susi (Lisa Maria Potthoff) und dem gemeinsamen Sohn Paul (Pelle Küffner) in den Neubau direkt neben dem väterlichen Hof gezogen. In der hochmodernen Küche versucht sich Susi, im Hauptberuf Gemeindesekretärin, vor laufender Kamera als Kochinfluencerin, als Franz hereinplatzt. Schließlich hat er ein Anrecht auf sein Frühstück. Schon hängt der Haussegen schief.
Als Oma Eberhofer (Enzi Fuchs) zur Kur geschickt wird, besorgen sich Papa Eberhofer (Eisi Gulp) und Franz’ Bruder Leopold (Gerhard Wittmann), um nicht im Chaos zu versinken, die Haushaltshilfe Julika (Lara Mandoki), die mit ihrem urkomischen ungarischen Akzent den Laden schmeißt.
Metzger Simmerl (Stephan Zinner) und Installateur Flötzinger (Daniel Christensen) haben ihren Stammplatz in der Kneipe von Wolfi (Max Schmid) gegen das satte Grün auf dem neuen Golfclub eingetauscht – man ist ja schließlich was Besseres. Just in der Umkleidedusche dieses Clubs wird die nackte Leiche des örtlichen „Steckerlfischkönigs“ Paulus (Christian Tramitz in einer sehr kurzen Rolle) gefunden, offenbar mit dem fehlenden Eisen 7 erschlagen.
Natürlich wird Franz Eberhofer mit der Aufklärung des Mordfalls beauftragt. Als Erster bietet der selbsternannte Golfmarshall (Milan Peschel) seine Hilde an, dann meldet sich ein zotteliger Uralt-Hippie, von dem ein unglaublicher Gestank ausgeht. Erst auf den zweiten Blick erkennt Franz in ihm seinen alten Spezi Rudi (Simon Schwarz). Er wohne jetzt im Auto und habe aus antikapitalistisch-spirituellen Gründen nicht nur jeglicher Form von Konsum, sondern auch der Körperhygiene völlig abgeschworen – so zumindest rechtfertigt er selbst seinen verwahrlosten Zustand. „Ich mache einen Selbstversuch!“ (Was für ein Glück, dass wir kein Geruchskino haben!)
Als Hauptverdächtige bieten sich Mitglieder der seit Jahren mit Paulus verfeindeten Familie Dottinger an, allen voran Sohn Clemens (Niklas Marian Müller). Doch Mutter Dottinger (Petra Berndt) hat für alle Angehörigen ein Alibi parat. Und so fällt Franz’ Verdacht auf die aus London angereiste Tochter des Toten, die schöne Tessa (Ruby O. Fee). Doch Franz verfällt ihren Reizen, was bei Susi verständlicherweise sauer aufstößt…
Susi beschäftigen ohnehin zwei brisante Nebenschauplätze: Pauls Ballett-Schulaufführung, für die ein Tutu gekauft werden muss, und ihr Stress bei der bevorstehenden Wahl. Die patente Frau, wie wir sie seit dem ersten Film der Reihe kennen, hat sich als Kandidatin für das Amt des Bürgermeisters beworben und stellt sich nun todesmutig dem jetzigen Inhaber (Thomas Kügel) entgegen.
STECKERLFISCHFIASKO ist mehr Komödie als Krimi – der Mordfall wird am Ende eher lapidar aufgelöst. Ed Herzog inszeniert das Ganze mit lockerer Hand, obwohl nicht jeder Gag unbedingt ein Brüller ist. Besonders die Szene beim Tutu-Kauf zieht sich doch arg. Doch wir lieben die Figuren und den Kreisverkehr – auch beim zehnten Mal.
Steckerlfischfiasko (Deutschland 2025)
99 Minuten
Komödie / Krimi
Ed Herzog
Stefan Betz, Ed Herzog, nach dem gleichnamigen Roman von Rita Falk
Sebastian Edschmid
ebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff, Eisi Gulp, Enzi Fuchs, Gerhard Wittmann, Daniel Christensen, Stephan Zinner, Max Schmidt, Thomas Kügel, Ferdinand Hofer, Sigi Zimmerschied, Eli Wasserscheid, Castro Dokyi Affum, Michael Ostrowski, Pelle Küffner, Lara Mandoki, Ruby O. Fee, Niklas Marian Müller, Petra Berndt, Milan Peschel
Constantin Film Verleih GmbH