Zone 3

27.11.2025

Eine Metropole ist rigoros und streng bewacht in drei Zonen aufgeteilt: in die der privilegierten Elite, des wohlhabenden Mittelstands und der Flüchtlinge und ganz Armen am Rande der Gesellschaft. Kontrolliert wird die Stadt von einer Künstlichen Intelligenz namens ALMA – und die Drohnen am Himmel sind allgegenwärtig. Dieses dystopische Paris von ZONE 3 ist für uns heute Lebende gar nicht so weit entfernt. Das macht diesen brillanten Science-Fiction-Thriller von Cédric Jimenez für Kinogänger so unheimlich.

Der Film beginnt mit einer atemberaubenden Autoverfolgung in irrwitzigem Tempo quer durch die Innenstadt von Paris. Der Schöpfer der KI ALMA ist ermordet worden, und die Polizei vermutet eine komplexe Aktion, hinter der der Social-Media-Guru John Mafram (Louis Garrel) stecken könnte. Doch die nächtliche Autojagd scheitert. So bittet die Elitepolizistin Salia (Adèle Exarchopoulos) aus Zone 2 den desillusionierten Zem (Gilles Lellouche), der in Zone 3 als unterbezahlter Cop ein jämmerlichen Leben führt, um Mithilfe bei der Suche nach den Tätern. Bei einer im Schutt gefundenen Leiche sind verdächtige Indizien gefunden worden – und Salia traut sich nicht ohne Begleitung in die fremde Welt aus Armut und Gewalt.

So rauft sich das ungleiche Paar nach einigem Zögern zusammen und deckt eine unglaubliche Verschwörung auf, die das ganze, sorgfältig austarierte System zum Einsturz bringen könnte. Soviel zum Paris der Zukunft…

Adèle Exarchopoulos mit halblangen schwarzen Haaren: Dieser ungewöhnliche Look des französischen Superstars brachte mich auf die Idee, ZONE 3 mit einem anderen Science-Fiction-Film zu vergleichen. Damals (1965) landete ein alternden, tougher Geheimagent in einer futuristischen Stadt, in der ein Supercomputer über eine totalitäre, dystopische Gesellschaft herrscht, um gemeinsam mit einer geheimnisvollen jungen Frau (mit halblangem schwarzen Haar) die Welt zu retten. Die Rede ist natürlich von Lemmy Caution alias Eddie Constantine und Natascha von Braun alias Anna Karina in Jean-Luc Godards Meisterwerk „Alphaville“, in dem er das Science-Fiction-Genre auf geniale Weise gegen die Strich bürstete. Für mich ist ZONE 3 „Alphaville on Speed“!

In der Ästhetik mit seinem wilden Look und der innovativen Schnitttechnik erfindet Regisseur Cédric Jimenez, der mit Olivier Demangel auch das Drehbuch nach dem Roman „Chien 51“ (so der Original-Filmtitel) von Laurent Gaudé schrieb, das scheinbar ausgelutschte Genre des Science-Fiction-Verschwörungsthrillers quasi neu. Ein toller Wurf!

Trailer

Im Rahmen der Berichterstattung
ab12

Originaltitel

Chien 51 (Frankreich 2025)

Länge

105 Minuten

Genre

Thriller / Science-Fiction / Krimi

Regie

Cédric Jimenez

Drehbuch

Olivier Demangel, Cédric Jimenez, nach dem Roman von Laurent Gaudé

Kamera / Bildgestaltung

Laurent Tangy

Darsteller

Gilles Lellouche, Adèle Exarchopoulos, Louis Garrel, Romain Duris, Valeria Bruni Tedeschi, Artus, Stéphane Bak, Lala & Ce, Hugo Dillon, Cyril Lecomte, Daphné Patakia, Thomas Bangalter, Agathe Mougin, Jeanne Herry

Verleih

Studiocanal GmbH

Filmwebsite

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