Die Geschichte ist seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. bekannt: In der „Odyssee“ erzählt Homer (wenn es ihn denn gab) die Abenteuer des Königs Odysseus von Ithaka und seiner Gefährten während der Heimkehr aus dem Trojanischen Krieg. Das Historiendrama RÜCKKEHR NACH ITHAKA von Uberto Pasolini ist die sehr fundierte Nacherzählung der Kapitel (Gesänge) 17 bis 24 des Epos von Homer.
Uberto Pasolini und seine Drehbuch-Co-Autoren Edward Bond und John Collee gingen in ihrer Version sehr sorgsam mit der Vorlage um, und der Regisseur legte in seinem zurückhaltenden Inszenierungsstil viel Wert auf eine minimalistische Spielweise. Seine beiden Trümpfe: Ralph Fiennes als Odysseus und Juliette Binoche als Penelope!
Erst nach 20 Jahren kehrt der sichtlich gealterte und ausgezehrte Odysseus auf seine Heimatinsel Ithaka an der griechischen Westküste zurück. Er ist von seinen Erlebnissen gezeichnet und kaum als der mächtige König wiederzuerkennen – nur noch ein Schatten seiner selbst. Völlig entkräftet wird er von seinem treuen Hinten Eumaios (Claudio Santamaria) aufgenommen und gesund gepflegt. Doch auch der erkennt seinen König nicht.
Odysseus muss erfahren, dass seine Frau Penelope in ihrem eigenen Haus gefangengehalten und gedrängt wird, einen neuen Ehemann zu erwählen, der den Thron besteigen soll. Zudem wird sein geliebter Sohn Telemachos (Charlie Plummer), den er nur als Kleinkind kannte, von den vielen Bewerbern ständig schikaniert und seines Lebens nicht mehr sicher ist. Doch noch fühlt sich der König nicht stark genug für den Kampf…
Ralph Fiennes spielt diesen Odysseus als ewigen Zauderer, der sich zu nichts aufraffen kann. Aber wer den Monumental-Schinken „Die Fahrten des Odysseus“ (1954) von Mario Camerini mit Kirk Douglas kennt, weiß um das blutige Ende. Denn irgendwann greift Odysseus zu Schwert, Pfeil und Bogen…
Wer Action im Kino erwartet, muss in RÜCKKEHR NACH ITHAKA lange warten. Doch wer große theaterhafte Schauspielkunst liebt, ist hier gut aufgehoben. Auch wenn das Ganze gelegentlich allzu steif, trocken und altbacken wirkt. Vielleicht hat Regisseur Uberto Pasolini seinen Minimalismus doch etwas übertrieben.
The Return (Griechenland / Großbritannien / Frankreich / Italien 2024)
116 Minuten
Drama / Historie
Uberto Pasolini
John Collee, Edward Bond, Uberto Pasolini
Marius Panduru R.S.C.
Ralph Fiennes, Juliette Binoche, Charlie Plummer, Marwan Kenzari, Claudio Santamaria, Ángela Molina, Nikitas Tsakiroglou, Tom Rhys Harries, Jamie Andrew Cutler, Moe Bar-El, Amir Wilson, Jaz Hutchins, Hugh Quarshie, Chris Corrigan, Aaron Cobham, Amesh Edireweera
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