Street Fighter

15.10.2026

Videospielverfilmungen haben sich über Jahrzehnte einen ziemlich miesen Ruf erarbeitet. Auch wenn es in den letzten Jahren, gerade im Serienbereich, mit The Last of Us und Arcane positive Beispiele gab, geht bei einer neuen Ankündigung noch immer ein Raunen durch die Fangemeinden. Nach dem Flop von Mortal Kombat II ließ der Trailer zu STREET FIGHTER auf einen spaßigen Actionfilm hoffen. Diese Hoffnung kann die Verfilmung leider nur sehr bedingt erfüllen.

Die beiden ehemaligen besten Freunde und Trainingspartner Ryu und Ken Masters treffen beim zweiten World Warrior Tournament wieder aufeinander, nachdem ein schreckliches Erlebnis sie jahrelang entzweit hat. Das Turnier ist in Wirklichkeit jedoch nur eine List des diabolischen M. Bison, der es auf Ryus Kräfte abgesehen hat.

Die neueste Verfilmung der Capcom-Spiele beginnt überraschend mit einem Prolog im Anime-Stil. Die stylischen Animationen und der pathetische Tonfall machen direkt Lust auf mehr. Was darauf folgt, ist ein kurioses Machwerk. Denn obwohl vor der Kamera reichlich Potenzial vorhanden ist, will STREET FIGHTER einfach nicht zünden.

Dabei weiß der farbenfrohe Look durchaus zu gefallen, und der Cast gibt sich sichtlich Mühe, die dürftige Story zu verkaufen. Andrew Koji als traumatisierter Ryu funktioniert ebenso wie Noah Centineo als abgewrackter Ken Masters. Ihrer zerrütteten Freundschaft fehlt allerdings das emotionale Gewicht, das den Kämpfen mehr als bloßen Schauwert verleihen könnte. David Dastmalchian als Antagonist Bison gibt dem Affen richtig Zucker und ergeht sich gnadenlos im Overacting. Daneben bleiben die Auftritte des südkoreanischen Actionstars Ma Dong-seok und des Rappers 50 Cent ziemlich leblos.

Den Vibe des überdrehten Universums einzufangen, gelingt STREET FIGHTER leider nur in Ansätzen. Da können noch so viele Figuren aufgefahren und bekannte Levels eingebaut werden. Dem Humor fehlt das nötige Timing, und die durchaus ordentlich choreografierten Kämpfe werden durch die Kamera- und Schnittarbeit ihrer Wirkung beraubt. Zu nah ist die Kamera, zu willkürlich sind die Schnitte gesetzt. Auch abseits der Action ist der Schnitt stellenweise so abrupt, dass das Gefühl entsteht, notwendige Szenen würden fehlen.

Was bleibt, ist ein seltsam unebenes Stückwerk, das sein trashiges Potenzial nie ausschöpft und zudem die Dreistigkeit besitzt, das Publikum mit einem offenen Ende zurückzulassen.

Trailer

ab12

Originaltitel

Street Fighter (USA 2026)

Länge

112 Minuten

Genre

Action / Martial Arts

Regie

Kitao Sakurai

Drehbuch

Kitao Sakurai, T.J. Fixman

Story

Dalan Musson, Gary Dauberman

Kamera / Bildgestaltung

Ken Seng, ASC

Darsteller

Curtis ‘50 Cent’ Jackson, Jason Momoa, Noah Centineo, Andrew Koji, Callina Liang, Joe Anoa'i, David Dastmalchian, Cody Rhodes, Andrew Schulz, Vidyut Jammwal, Eric André

Verleih

Paramount Pictures Germany GmbH

Filmwebsite

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