Respect

Kinostart: 25.11.2021

ab12 OT: Respect (USA 2021)
Länge: 146 Minuten
Genre: Miographie / Musik
Regie: Liesl Tommy
Drehbuch: Tracey Scott Wilson
Darsteller: Jennifer Hudson, Forest Whitaker, Marlon Wayans, Audra McDonald, Mary J. Blige, Marc Maron, Tituss Burgess, Hailey Kilgore, Saycon Sengbloh, Heather Headley, Skye Dakota Turner
Verleih: Universal Pictures International Germany GmbH

Als die „Queen of Soul“ Aretha Franklin (1942-2018) kurz vor ihrem Tod gefragt wurde, wen sie sich vorstellen könnte, in einem geplanten Biopic ihre Rolle zu übernehmen, nannte sie nur einen Namen: Oscar-Preisträgerin Jennifer Hudson – mit dem Zusatz: „Sie soll auch selbst singen.“ Jetzt kommt RESPECT von Liesl Tommy ins Kino, und die Hauptdarstellerin haut uns alle um. 

Im Stil einer klassischen Filmbiografie erzählt die Regisseurin (fast chronologisch) das Leben der berühmten Sängerin. Als Tochter des Baptistenpredigers Reverend C. L. Franklin (Forest Whitaker) kam sie schon sehr früh mit Musik in Berührung – gemeinsam mit ihren Schwestern sang sie öffentlich in dessen „New Bethel Baptist Church“ in Detroit. Schon als Teenager erhielt sie einen Plattenvertrag – doch der Erfolg blieb zunächst aus. Sie produzierte eine LP nach der anderen, aber keinen einzigen Hit. Doch dann kam er – der Erfolg: und wie!

Der titelgebende Song „Respect“ war ihr größter Hit und einer der besten Songs der Rock-, Blues- und Soul-Geschichte. Jennifer Hudson singt ihn im Film mit all ihrer Inbrunst! Eine bärenstarke Performance! Der Film endet mit Aretha Franklins denkwürdigem Gospel-Live-Konzert in einer Kirche in Los Angeles. Kein Geringerer als Sydney Pollack stand damals hinter der Kamera, um diesen Auftritt filmisch zu dokumentieren. Und in der letzten Zuschauerreihe hörte Mick Jagger zu. Aus technischen Gründen kam der Film „Amazing Grace“ damals nicht ins Kino – erst vor drei Jahren durften wir ihn bewundern. (Bis zu ihrem Tod hatte Aretha Franklin eine Veröffentlichung untersagt.)

RESPECT mag konventionell inszeniert sein. Das werfe ich dem Film nicht vor. Doch eine entscheidende Sache schon – und das in Zeiten von #me-too. Im Alter von zwölf (!) Jahren wurde Aretha Franklin zum ersten Mal Mutter – und ihr Vater verlor kein Wort darüber. Der Film deutet an, dass ein Freund des Vaters neun Monate vorher ihr Zimmer betreten hatte. So ein Thema darf man in der heutigen Zeit nicht totschweigen! Sorry, das geht nicht! Hier hat sich Regisseurin Liesl Tommy an einem wichtigen Thema vorbei gemogelt. Schade!

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