Resident Evil – Welcome to Raccoon City

Kinostart: 25.11.2021

ab16 OT: Resident Evil – Welcome to Raccoon City (Kanada 2021)
Länge: 108 Minuten
Genre: Action / Horror
Regie: Johannes Roberts
Drehbuch: Johannes Roberts
Darsteller: Kaya Scodelario, Hannah John-Kamen, Robbie Amell, Tom Hopper, Avan Jogia, Neal McDonough
Verleih: Constantin Film Verleih GmbH

Es gibt Filme, die braucht kein Mensch. So wie das RESIDENT EVIL Reboot WELCOME TO RACCOON CITY. Ein Trauerspiel… 

Raccoon City war einst die florierende Heimat des Pharmariesen Umbrella Corporation. Doch seit sich das Unternehmen nach einem Chemieunfall hier zurückgezogen und seinen Firmensitz verlagert hat, wird die Stadt zum sterbenden Ödland. Nach vielen Jahren kehrt Claire Redfield (Kaya Scodelario) in ihre Heimatstadt zurück, doch bereits die Ankunft verläuft mehr als merkwürdig. Als dem Trucker, der sie mitnimmt, eine Frau vor den Wagen läuft und kurz danach einfach verschwindet, ist schnell klar, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Doch welches Geheimnis verbirgt Raccoon City? Warum tauchen plötzlich Zombies auf? Gemeinsam mit ihrem Bruder Chris (Robbie Amell) und einer kleinen Gruppe von Überlebenden versucht sie, die Wahrheit herauszufinden und die Nacht zu überstehen.

Wenn man sich vor Augen führt, warum das RESIDENT EVIL Franchise vor die Wand gefahren wurde, ist umso erstaunlicher, dass man glaubt, dieses mit einem dilettantisch ausgeführtem Neustart wiederbeleben zu können. Ich bin kein Computerspieler und kann daher nicht beurteilen, ob WELCOME TO RACCOON CITY vielleicht näher an den Spielen dran ist, auf denen der Film basiert. Aus den Gesprächen mit Kollegen nach der Pressevorführung scheint das aber wohl der Fall zu sein. Aber selbst das erklärt keinesfalls die unfassbar primitiven Dialoge in diesem Film. Beispiel gefällig? Aber gerne doch: Wer würde ernsthaft einem angreifenden Zombie so etwas zurufen wie „Warte, wir können doch über alles reden“. Vermutlich niemand und dieser Film ist voll von solch platten Sprüchen. 

Johannes Roberts, der sowohl das Drehbuch geschrieben, als auch Regie geführt hat, scheint sich herzlich wenig für eine stringente Geschichte zu interessieren. So greift er beispielsweise Fragen, die im Prolog gestellt werden, überhaupt nicht wieder auf. Warum hat Claire damals die Stadt verlassen? Wie ist ihr überhaupt die Flucht aus dem Waisenhaus gelungen? Und wer ist dieses seltsame Mädchen, das immer den Kontakt zu ihr gesucht hat. Vermutlich kreisten seine Gedanken einzig und allein darum, den Gamern der Computerspiele möglichst viel bieten zu können – Ein Manko, dass den bisherigen Resident-Evil-Filmen immer angelastet wurde. Doch Spieltreue allein macht eben noch keinen guten Film aus. 

Aber auch die Figuren sind unfassbar eindimensional, Handlungen und Wendungen (so man sie denn als solche bezeichnen kann) sind so dermaßen früh zu erkennen, dass der Überraschungseffekt gegen Null geht. Nein, mit diesem Reboot hat sich wirklich niemand einen Gefallen getan. Und wenn in einer Szene nach dem Abspann eine Fortsetzung angedeutet wird, dann bleibt nur zu hoffen, dass es diese niemals geben wird. Genug ist genug. 

Trailer

 

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Filmplakat

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