Practical Magic 2

Zauberhafte Schwestern

10.09.2026

28 Jahre nach „Zauberhafte Schwestern“ stehen in PRACTICAL MAGIC 2 nun Sally Owens’ Töchter Kylie (Joey King) und Antonia (Maisie Williams) im Mittelpunkt. Sie ahnen nicht, dass auf ihrer Familie ein tödlicher Liebesfluch lastet: Jeder Mann, der sich in eine Owens-Frau verliebt, stirbt eines vorzeitigen Todes. Sally (Sandra Bullock) hat ihre Töchter bewusst von der Magie der Familie ferngehalten – doch als sich Kylie verliebt, lässt sich das Familiengeheimnis nicht länger verdrängen.

Als die beiden Töchter Kylie (Joey King) und Antonia (Maisie Williams) für ein Wochenende nach Hause ins US-amerikanischen New England zurückkehren, vernehmen sie umgehend ein seltsames Klick-Geräusch. Wir Zuschauer kennen es noch aus dem ersten Teil und wissen, dass es sich dabei um den Totenuhr-Käfer handelt, der ankündigt, dass ein Mitglied der Familie noch sieben Tage zu leben hat. Das Problem: Die Schwestern wissen noch gar nichts von ihren magischen Fähigkeiten, denn ihre Mutter Sally hat sie nie in das Familiengeheimnis eingeweiht. Ihre Hoffnung war, dass die beiden ohne Magie ein relativ sorgenfreies Leben führen können.

Doch dann taucht plötzlich und unerwartet Kylies Freund Gideon (Yolo Maridueña) auf, und es stellt sich heraus, dass die beiden bis über beide Ohren verliebt sind. Und schon setzt der Fluch ein: Am nächsten Morgen wird Gideon von einem Auto angefahren und landet mit schwersten Verletzungen im Krankenhaus und fällt ins Koma. Da bleibt Sally, immer wieder von ihrer Schwester Gillian (Nicole Kidman) gedrängt, nichts anderes übrig, als ihren Töchtern die Wahrheit zu erzählen. Kylie ist außer sich, entdeckt ein geheimnisvolles Buch und reist überstürzt nach England, um dort eine Lösung zur Aufhebung des Fluchs zu finden. Natürlich reisen Sally und Gillian hinterher. Doch werden sie rechtzeitig ankommen? Wird es ihnen gelingen, den Fluch ein für alle Mal zu brechen?

Dass ausgerechnet Susanne Bier für die Regie von PRACTICAL MAGIC 2 ausgewählt wurde, ist recht überraschend, ist die dänische Regisseurin doch eher für ihr zutiefst emotionales und psychologisch dichtes Erzählkino bekannt. Sie benutzt bevorzugt Handkameras, um ganz nah an ihren Figuren dran zu sein, und konzentriert sich überwiegend auf minimale Details wie Blicke, Augen, zuckende Lippen und nervöse Hände. Da fragt man sich unweigerlich, wie das alles zu einer großen hollywoodartigen Produktion (gedreht wurde in den Leavesden Studios nordöstlich von London und on Location in England) passt. Über die gesamte Laufzeit entsteht der Eindruck, dass Bier ihre eigene filmische Handschrift kaum ausspielen durfte. Die ganze Magie und die exakte Beobachtungsgabe ihrer bisherigen Filme, wie beispielsweise „Für immer und ewig“ (2002), „Nach der Hochzeit“ (2006) oder „In einer besseren Welt“ (2010), fehlt hier gänzlich.

Denn PRACTICAL MAGIC 2 ist tatsächlich genau das, was man bei Fortsetzungen mit einem solch großen zeitlichen Abstand zum Original zumeist erwarten muss: eine generische Geschichte ohne große Überraschungen. Dabei gibt es auf der rein optischen Haben-Seite genug zu finden: das Produktionsdesign von Tom Burton, die Kamera von Simon Duggan, das Kostümdesign von Alexandra Byrne – all das ist tatsächlich beeindruckend. Doch das Drehbuch von Akiva Goldsman,
Georgia Pritchett und Kelly Marce liest sich wie das Abhaken einer ellenlangen Liste. Es passiert einfach immer genau das, was man als Zuschauer erwartet. Überraschung ist in dieser Geschichte leider ein Fremdwort.

Zudem werden in PRACTICAL MAGIC 2 einige Running Gags bis aufs letzte Blut ausgequetscht, wie beispielsweise die Menge an Reisekoffern von Nicole Kidmans Figur. Irgendwann möchte man gen Leinwand schreien, dass man doch bitte so langsam mal einen neuen Gag auspacken möge.

Auch die Figurenzeichnung ist stellenweise recht eindimensional. Da wird Maisie Williams‘ Figur Antonia als angehende Neurochirurgin eingeführt, letztendlich sieht man sie dann im Krankenhaus nur Aufgaben einer Krankenschwester ausführen. Damit will ich den Wert einer Krankenschwester in keiner Weise herabwürdigen – im Gegenteil. Dadurch wirkt die anfängliche Charakterisierung als ambitionierte, fachlich kompetente junge Frau wie eine bloße Behauptung des Drehbuchs.

Zum Ende hin kann PRACTICAL MAGIC 2 dann einfach kein Ende finden und hängt noch einen Epilog an. Dann noch einen. Bis die Inszenierung schließlich in einer fast schon lächerlichen Szene mündet. Ach, und warum sehen Nicole Kidman und Sandra Bullock so aus, als wären zwischen den beiden Teilen nur ein paar Jahre vergangen? Who knows…

Auch der Soundtrack ist zwar schön anzuhören, wirkt aber irgendwie beliebig. Olivia Rodrigo, Florence + the Machine, Aldae, Miriam Makeba, Jack Antonoff, Brandi Carlile oder Fleetwood Mac sehen zwar auf dem Papier beeindruckend aus, entfalten aber im Umfeld des Films überhaupt keine Wirkung.

Nein, PRACTICAL MAGIC 2 ist leider nicht die ersehnte Fortsetzung, auf die sich viele gefreut haben. Manchmal muss man ein Sequel einfach mal sein lassen – vor allem, wenn man nichts Interessantes zu erzählen hat. Eine gute Optik reicht dafür leider bei Weitem nicht aus.

Trailer

ab12

Originaltitel

Practical Magic 2 (USA 2026)

Länge

130 Minuten

Genre

Fantasy / Romanze

Regie

Susanne Bier

Drehbuch

Akiva Goldsman, Georgia Pritchett, Kelly Marcel, basierend auf dem Roman „The Book of Magic“ von Alice Hoffman

Kamera / Bildgestaltung

Simon Duggan

Darsteller

Sandra Bullock, Nicole Kidman, Joey King, Lee Pace, Maisie Williams, Xolo Maridueña, Solly McLeod, Dianne Wiest, Stockard Channing

Verleih

Warner Bros. Entertainment GmbH

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