Finding Emily

10.09.2026

Mit FINDING EMILY erzählt Regisseurin Alicia MacDonald eine moderne RomCom über verpasste Verbindungen, digitale Partnersuche und die Frage, wie weit man für eine vermeintlich große Liebe gehen würde.

Der Musiker Owen (Spike Fearn) kann sein Glück kaum fassen, als er während seiner Schicht als Tontechniker an der Manchester City University Students’ Union eine junge Frau namens Emily (Sadie Soverall) kennenlernt. Die beiden connecten auf so vielen Ebenen, dass sie umgehend eine starke Verbindung spüren – und verabreden sich zu einem später stattfindenden Date. Das Problem ist jedoch, dass der Telefonnummer von Emily eine Ziffer fehlt und seine Nachrichten nicht ankommen. Und ohne einen Nachnamen ist es schier unmöglich, sie ausfindig zu machen. An der Uni sind nämlich 40.000 Studierende eingeschrieben und 318 davon heißen Emily…

Also schreibt Owen einfach alle Emilys der Uni an, in der Hoffnung, so die Richtige zu finden. So einfach gestaltet sich die Sache dann aber nicht. Immerhin stößt er so auf eine „falsche“ Emily (Angourie Rice), die ihm bereitwillig bei der Suche helfen möchte. So ganz selbstlos ist das Angebot allerdings nicht, denn die Psychologiestudentin will damit herausfinden, ob Liebe wirklich verrückt machen kann. Wenn diese unbändige Hoffnung auf das Finden ebendieser nicht der Beweis ist, was ist es dann?

Mit FINDING EMILY ist Regisseurin Alicia MacDonald tatsächlich ein durch und durch charmanter Film gelungen – wenn man ein paar „Kleinigkeiten“ zu übersehen vermag. Denn dass ein Tontechniker an alle Daten der Student:innen gelangt, ist in der heutigen datenschutzgeprägten Zeit recht fragwürdig. Und dass eine Psychologie-Studentin ein ethisch höchst fragwürdiges psychologisches Experiment an einer echten Person durchführt, trägt auch nicht zwingend zur Glaubwürdigkeit bei.

Es gibt aber mehrere Dinge, die das Wegschauen leichter machen: Da wäre zuallererst die Chemie zwischen den beiden Hauptdarsteller:innen Angourie Rice und Spike Fearn, die sich positiv auf das Publikum überträgt. Besonders Fearns Darstellung als charmanter, treuherziger und bis über beide Ohren verliebter Typ erdet FINDING EMILY ungemein.

Der Drehbuchautorin Rachel Hirons ist es mit FINDING EMILY gelungen, die Highschool-Komödien der 1990er- und 2000er-Jahre mit modernen Phänomenen wie Cancel-Culture, Social-Media-Mobbing und Online-Dating zu verbinden. Man könnte dem Film allerdings auch vorwerfen, er würde sich zu vieler Themen annehmen, aber das hat mich in diesem Fall überhaupt nicht gestört.

FINDING EMILY nutzt aber auch die Stadt Manchester wie eine zusätzliche Hauptfigur und fängt ihr Nachtleben in farbenfrohen und lebendigen Bildern ein.


Manchester ist eine florierende Welt der Musik, Geschichte, Mode und des Fußballs. Wir wollten den einzigartigen Geist der Stadt und des umliegenden atemberaubenden Peak District einfangen, um eine echte Liebeserklärung an eine der coolsten Städte Großbritanniens zu schaffen. 

Regisseurin Alicia MacDonald über Manchester

Im letzten Drittel schlägt FINDING EMILY meines Erachtens ein wenig zu stark die üblichen Pfade einer romantische Komödie ein: Zufälle, Missverständnisse und ein zusätzlicher Konflikt kurz vor dem Ende. Was anfangs erfrischend begann, wirkt am Ende ein kleines bisschen generisch.

In der Summe kann FINDING EMILY überzeugen – wenn auch mit gewissen Abstrichen. Am Ende hat der Film das Genre vielleicht nicht neu erfunden – aber das ist nicht immer zwingend notwendig, oder?

Trailer

ab6

Originaltitel

Finding Emily (Großbritannien 2026)

Länge

111 Minuten

Genre

Komödie / Romanze

Regie

Alicia MacDonald

Drehbuch

Rachel Hirons

Kamera / Bildgestaltung

Rachel Clark

Darsteller

Angourie Rice, Spike Fearn, Minnie Driver, Prasanna Puwanarajah, Phil Wang, Sadie Soverall, Amber Grappy, Nadia Parkes, Kat Ronney, Cora Kirk, Anthony J. Abraham, Fiona Allen

Verleih

Universal Pictures International Germany GmbH

Filmwebsite

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