Mortal Engines – Krieg der Städte

Kinostart: 13.12.2018

ab12 OT: Mortal Engines (USA 2018)
Länge: 129 Minuten
Genre: Science-Fiction / Abenteuer / Action
Regie: Christian Rivers
Drehbuch: Fran Walsh, Philippa Boyens, Peter Jackson
Darsteller: Hera Hilmar, Robert Sheehan, Hugo Weaving, Jihae, Ronan Raftery, Leila George, Patrick Malahide, Stephen Lang
Verleih: Universal Pictures International Germany GmbH

Vor Hunderten von Jahren verwüstete eine gewaltige Katastrophe die Erde, doch die Menschheit hat sich ihrer neuen Umgebung längst angepasst. Gigantische Metropolen auf Rädern erhoben sich aus den Trümmern der untergegangenen Zivilisation. Auf der Suche nach den letzten Ressourcen fahren sie über die verdorrte Steppe und verschlingen gnadenlos die kleineren Städte. Zu den großen Metropolen gehört auch London als einer der gewaltigsten rollenden Kolosse. 

In diesem unerbittlichen Kampf trifft der unscheinbare Tom Natsworthy (Robert Sheehan) in einer schicksalshaften Begegnung auf die gefährliche Flüchtige Hester Shaw (Hera Hilmar) – zwei Gegensätze prallen aufeinander, zwei Menschen, deren Wege einander nie hätten kreuzen sollen. Sie und Anna Fang (Jihae) schmieden eine überraschende Allianz, die über den Fortgang der Menschheitsgeschichte bestimmen könnte.

Kritik

Was auf den ersten Blick aussieht, wie eine fantastische Geschichte, entwickelt sich leider mehr und mehr zu einem großen Desaster. Warum MORTAL ENGINES – KRIEG DER STÄDTE so sehr enttäuscht…

Seit der ersten Ankündigung war ich immer wieder hin- und hergerissen. Einerseits klang die Prämisse des Films durchaus interessant, andererseits gab es auch die arge Befürchtung eine visuellen Overkills. Aber da hinter dem Ganzen kein Geringerer stand als Peter Jackson, der zwar nicht die Regie geführt hat, immerhin aber das Drehbuch geschrieben und den Film produziert hat, wuchs meine Erwartungshaltung wieder ein wenig an. 

Gestern Abend war es nun endlich soweit. Drei Tage vor Kinostart öffnete sich der Vorhang im Hamburger Cinemaxx und das Spektakel begann – mit großen Gelächter im Publikum. Denn die Einleitung, gesprochen von Ben Becker, war so dermaßen stark betont, dass man um ein Grinsen und Kopfschütteln nicht herum kam. Kein guter Einstand, möchte man meinen. Doch es sah gut aus. Wirklich gut. Aber Optik ist nun einmal nicht alles…

Immer und immer wieder dreht sich die Kamera um die fahrende Stadt, zeigt sie aus allen erdenklichen Blickwinkeln. Das wirkt imposant, aber irgendwie auch befremdlich. Erste Zweifel machen sich breit. Wenn diese Stadt aus den Resten der Metropole Londons zusammengesetzt wurde, warum sind dann die Löwen vom Trafalgar Square wesentlich größer, als die gesamt St. Pauls Cathedral? Ich weiß, das sind Kleinigkeiten, aber sie stören nun mal das Gesamtbild. 

Und vor allem: wo sind die anderen Städte? Schließlich ist in der Inhaltsangabe zu lesen, dass riesige Metropolen auf Rädern – ja, in der Mehrzahl – auf der Suche nach Ressourcen durch die Gegen fahren. Im Film selbst ist dann jedoch lediglich London zu sehen. Okay, ein einziges Mal, gleich zu Beginn, verleibt sie sich eine kleinere Stadt ein, aber das war es dann auch. Stattdessen setzt der Film auf etliche Versatzstücke bekannter Science-Fiction-Filme – ja selbst vor einer peinlichen Star-Wars-Ich-Bin-Dein-Vater macht der Film nicht halt. So wirkt MORTAL ENGINES – KRIEG DER STÄDTE leider wie wild zusammengeklaut, statt auf eigene Ideen zu setzen. Das ist mehr als enttäuschen, schließlich hätte das Thema wesentlich mehr zu bieten. Stattdessen kreist die Kamera auch zum Ende des Films immer und immer wieder um die Stadt – ein Motiv, an dem sich bis dahin mehr als satt gesehen hat. 

Hera Hilmar, Robert Sheehan und Hugo Weaving bemühen sich redlich, gegen die platte Geschichte anzuspielen, aber das gelingt ihnen nur teilweise. Alles, was von MORTAL ENGINES – KRIEG DER STÄDTE am Ende übrig bleibt, ist nur ein fader Beigeschmack. Obwohl die Geschichte auf Fortsetzungen ausgelegt ist, geht es mir hier ähnlich wie bei der Verfilmung von World of Warcraft: Auf weitere Teile kann ich hier getrost verzichten. Schade eigentlich. 

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Filmplakat

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