Memoria

Den thailändischen Kultregisseur Apichatpong Weerasethakul hat es für MEMORIA nach Kolumbien verschlagen. Independent-Ikone Tilda Swinton wollte immer schon mal mit dem asiatischen Ausnahmetalent drehen. Jetzt übernahm sie die Hauptrolle und fungierte gleichzeitig als ausführende Produzentin. 

Die Werke des Thailänders sind für den normalen Kinogänger nicht leicht zugänglich. Seine Filme sind abstrakt, extrem hermetisch und schwierig deutbar. Doch ein besonderer Sog geht von allen aus. Aber der Zuschauer benötigt Ruhe und Gelassenheit.

Ein merkwürdiges Geräusch schreckt die in Kolumbien lebende Engländerin Jessica (Tilda Swinton) nachts auf. Ein Tontechniker, den sie anheuert, versucht, das Gehörte zu rekonstruieren – das Ergebnis befriedigt Jessica leider nicht. Sie besucht ihre kranke Schwester im Krankenhaus und freundet sich mit einer Archäologin an, die beim Bau eines Tunnels in einer Höhle uralte menschliche Knochen gefunden hat. Und ständig wird sie von diesem Geräusch verfolgt.

Sie beobachtet einen alten Mann, wie er Fische schuppt. Und er zeigt ihr, wie man sich schlafend tot stellen kann. Viele kleine Episoden verdichten sich am Ende zu einem schlüssigen Ganzen – der Film wird nach zähem Beginn mit der Zeit immer besser. Apichatpong Weerasethakul gönnt uns am Schluss tatsächlich die Auflösung des Geräusches. Welch ein Schock! Hier hat ein Regisseur den Magischen Realismus Lateinamerikas endlich verstanden. Ein großer Wurf!

Trailer

Im Rahmen der Berichterstattung
FSK noch unbekannt

Originaltitel

Memoria (Kolumbien / Thailand / Großbritannien / Mexiko / Frankreich / Deutschland / Katar 2021)

Länge

136 Minuten

Genre

Drama

Regie

Apichatpong Weerasethakul

Drehbuch

Apichatpong Weerasethakul

Darsteller

Tilda Swinton, Elkin Díaz, Jeanne Balibar, Juan Pablo Urrego, Daniel Giménez Cacho

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