Mein Ende, Dein Anfang

Kinostart: 28.11.2019

ab12 OT: Mein Ende, Dein Anfang (Deutschland 2019)
Länge: 111 Minuten
Genre: Drama
Regie: Mariko Minoguchi
Drehbuch: Mariko Minoguchi
Darsteller: Saskia Rosendahl, Julius Feldmeier, Edin Hasanovic, Hanns Zischler, Emanuela von Frankenberg, Leonard Kunz, Michelle Barthel, Anna Drexler, Stefan Konarske
Verleih: Telepool GmbH

Für Nora (Saskia Rosendahl) und Aron (Julius Feldmeier) ist es Liebe auf den ersten Blick, als sie sich an einem verregneten Tag in der U-Bahn begegnen. Ihr Aufeinandertreffen war reiner Zufall, sagt Nora. Alles ist vorbestimmt, sagt Aron. Doch dann wird Aron plötzlich aus dem Leben gerissen. Für Nora bleibt die Zeit stehen. Sie betäubt ihren Schmerz, verbringt bald darauf die Nacht mit Natan (Edin Hasanović), der wie durch Zufall immer wieder in ihrem Leben auftaucht. Er gibt Nora Halt. Sie hat das seltsame Gefühl, ihn bereits zu kennen, ahnt aber nicht, was sie wirklich verbindet… 

Kritik

Ist unser Leben vorherbestimmt oder einfach nur Zufall? Dieser Frage geht MEIN ENDE, DEIN ANFANG auf den Grund…

Fast jeder hat sicherlich schon mal ein Déjà Vu erlebt. Man trifft jemanden und ist sich sicher, ihn oder sie schon einmal zuvor gesehen zu haben. Doch was ist das Geheimnis dahinter? Belügt uns unser Gehirn? Verwechseln wir irgendwelche Erinnerungen? Der Grund für das Phänomen kann vielfältig sein und die Regisseurin und Drehbuchautorin Mariko Minoguchi hinterfragt dies in ihrem Regiedebut auf eine äußerst interessante Art und Weise. 

Geschickt lässt sie zwei Protagonisten aufeinander treffen, die diese Frage völlig unterschiedlich beantworten. die Figur von Saskia Rosendahl sieht die Begegnung als puren Zufall an, während ihr Gegenüber, gespielt von Julius Feldmeier, fest davon überzeugt ist, dass alles vorherbestimmt ist. 

Dadurch, dass die Geschichte nicht chronologisch erzählt wird, offenbart sich dem Zuschauer das ganze Bild erst viel später. Vielleicht ahnt der eine oder die andere bereits früh, wohin die Reise geht, während andere erst mit der Auflösung am Ende das große Ganze verstehen. Mit dieser elliptischen Erzählweise gelingt es Minoguchi, die Zeit anders erlebbar zu machen. Und so stellt sich am Ende die Frage, ob unsere Entscheidungen in der Gegenwart nicht zu gleichen Teilen durch unsere Vergangenheit und die Erwartungshaltung an die Zukunft definiert werden. Ein äußerst interessanter Ansatz, den der Film jedoch mit der Auflösung ein wenig aus den Augen verliert. Auch wenn Minoguchi über ihren Film sagt, dass sie sich nicht in Erklärungen verlieren will, verfängt sie sich am Ende genau darin. Das macht den Film nicht schlecht, auf gar keinen Fall, aber bei einem solch philosophischen Ansatz hätte ich mir persönlich etwas weniger Erklärung gewünscht.

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Filmplakat

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