Limbo

Kinostart: 20.02.2020

ab12 OT: Limbo (Deutschland 2019)
Länge: 89 Minuten
Genre: Drama / Thriller
Regie: Tim Dünschede
Drehbuch: Anil Kizilbuga
Darsteller: Elisa Schlott, Tilman Strauß, Martin Semmelrogge, Mathias Herrmann, Christian Strasser, Steffen Wink, Andreas Borcherding, Victor Asamoah, Matthias Schullan, Theresa Weihmayr, Nicolas Wolf, Nadine Menz, Klaus B. Wolf, Hans-Peter Ampferer, Netschirwan Idirs Mischko, Kenan Husovic, Markos Kern, Fabian Halbig, Phil Arnold, Katrina Klaffs, Angela Jacobi
Verleih: Nordpolaris GbR

Als die junge Compliance Managerin Ana Bergmann (Elisa Schlott) auf ein Geldwäsche-Netzwerk stößt, kreuzen sich ihre Wege noch am selben Abend mit denen eines alternden Kleinganoven (Martin Semmelrogge), einem verdeckten Ermittler (Frank Mailing) und einem Wiener Gangsterboss (Christian Strasser). Bei einem illegalen Bare-Knuckle-Fight verweben sich die Schicksale in einem Strudel aus Macht, Angst und Gewalt. Als es schließlich zum finalen Kampf in der Arena kommt, geht es für alle schon lange um mehr, als nur Gewinnen oder Verlieren… 

Kritik

Mit LIMBO kommt erneut ein Film in die Kinos, der in einer einzigen Einstellung gedreht wurde. Aber kann er mit den ganz großen Produktionen mithalten?

Sogenannte One-Take-Film scheinen momentan besonders „in“ zu sein, man denke nur an Sebastian Schippers VICTORIA, Erik Poppes UTØYA 22. Juli oder Sam Mendes‘ 1917. Dabei ist LIMBO eigentlich „nur“ der Abschlussfilm von Tim Dünschede an der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) in München. Aber was Dünschede hier abliefert, verdient jeglichen Respekt. Und noch viel mehr… 

Beim Versuch, einen Film in nur einem Take zu drehen, sind bereits viele Regisseure gescheitert (abgesehen von den drei oben genannten). Oftmals, weil sie sich zu sehr auf die Technik konzentrieren und dafür die Geschichte außer Acht lassen. Doch nicht in diesem Fall. Sicherlich ist die Story hier kein großer Wurf, aber das behauptet der Film auch überhaupt nicht. Sie ist aber in sich stimmig, spannend und kommt auch mit der einen oder anderen Überraschung daher. Insofern haben Dünschede und sein Drehbuchautor Anil Kizilbuga schon mal im Vorfeld alles richtig gemacht.

Um aus einem guten Drehbuch auch einen guten Film zu machen, ist – besonders für einen One-Take – die Wahl eines guten Kameramannes unabdinglich – schließlich kann hier sonst so einiges schiefgehen. Die Wahl fiel hier auf Holger Jungnickel, der mir persönlich vorher nicht wirklich bekannt war, der aber immerhin schon mal für seine Kurz-Dokumentation „Reunification Express“ für den deutschen Kamerapreis nominiert war. Kein schlechtes Omen also. Was Jungnickel hier aber vorlegt, ist schlichtweg beeindruckend. Die Kamera ist ständig an den Figuren dran, verliert niemals den Fokus und wandert fast wie selbständig durch die Geschichte. Das erfordert entweder extrem viel Erfahrung oder ein hohes Maß an Talent – im Fall von LIMBO war offenbar beides reichlich vorhanden, denn die Bilder sind schlichtweg sensationell geworden.

In der Summe haben Dünschede und sein Team also alles richtig gemacht. Kein Wunder also, dass er mit LIMBO sein Studium der szenischen Regie im Bereich „Kino- und Fernsehfilm“ erfolgreich abgeschlossen hat. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich die deutschen – und sicherlich auch die internationalen – Produktionsfirmen in Zukunft um Dünschede reißen werden. Verdient hat er es allemal. Ich bin mir sicher, dass wir von diesem Mann demnächst noch viel hören und sehen werden!

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Filmplakat

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