EPiC: Elvis Presley in Concert

26.02.2026

Nach dem kommerziell erfolgreichen Biopic „Elvis“ mit Austin Butler in der Titelrolle, der dafür mit dem Golden Globe ausgezeichnet wurde, hat der australische Filmemacher Baz Luhrmann tief in den Archiven gegraben, um eine Hommage an einen der größten Künstler aller Zeiten zu kreieren, die weder Dokumentar- noch Konzertfilm ist. In EPIC – ELVIS PRESLEY IN CONCERT singt und erzählt die Musiklegende seine Geschichte wie nie zuvor.

Der mehrfach ausgezeichnete Ausnahme-Regisseur Baz Luhrmann gilt als Pionier der Popkultur: In seiner modernen Adaption von „Shakespeares Romeo & Julia“ (1996), in dem Jukebox-Musical „Moulin Rouge!“ (2001) und vor allem in seiner Verfilmung von F. Scott Fitzgeralds „Der große Gatsby“ (2013), die zwei Oscars® gewann und Luhrmanns bislang erfolgreichster Film wurde, überzeugte der Australier stets mit einem kongenialen Musikeinsatz. Als Filmemacher verbindet der Universalkünstler klassische Kunst mit einem visionär-zeitgenössischen Stil, der vor Fantasie nur so strotzt! Kein Wunder: Luhrmann agiert völlig selbstverständlich als Grenzgänger in den Bereichen Film, Oper, Theater und Live Events, Mode und Musik.

Während der Dreharbeiten zu seinem mehrfach Oscar®-nominierten Film „Elvis“ (2022) entdeckte Luhrmann, dass es Rollen mit Filmmaterial aus den legendären Konzertfilmen „Elvis – That’s the Way It Is“ und „Elvis on Tour“ in Las Vegas aus den 1970er-Jahren gibt. Für die Recherche hat der Australier seine Mitarbeiter in die unterirdischen Filmarchive von Warner Bros. geschickt, die sich in Salzminen in Kansas befinden – und tatsächlich entdeckten sie 69 Kisten (59 Stunden) mit Filmnegativen, die noch nie gezeigt worden waren. Mit der Unterstützung von Warner Bros. konnte sein Team nicht nur das verlorene Filmmaterial ausfindig machen, sondern zusätzlich auch viele 16-Spur-Audioaufnahmen. Gemeinsam mit unveröffentlichten Super-8-Filmen der Graceland-Archive wurden die Filmnegative mit modernster Technik restauriert.

Es hat mehr als zwei Jahre gedauert, das Filmmaterial in einer Qualität zu restaurieren, in der es noch nie zuvor gezeigt wurde. Während einige der Negative bereits entwickelt und in früheren Produktionen verwendet worden waren, gab es viele nie zuvor gesehene Aufnahmen, Sequenzen und Auftritte. Falls es also Teile dieser Ausschnitte da draußen gab, handelte es sich meist um qualitativ schlechte Bootlegs. Das Team musste den Ton aus den vielen unkonventionellen Quellen, die ebenfalls wieder hervorgeholt wurden, sorgfältig wiederherstellen.

Baz Luhrman zum Prozess der Restaurierung

EPIC: ELVIS PRESLEY IN CONCERT ist mehr als ein Konzertfilm. Nach seiner Zeit bei der US-Army und der Stationierung im Ausland knüpfte Elvis nämlich an seine Schauspielkarriere an und avancierte in den 1960er-Jahren zu einem der bestbezahlten Stars in Hollywood. Die Filme ähnelten sich aber schon sehr: Elvis am Steuer eines schnellen Autos, auf dem Beifahrersitz eine hübsche Frau. Obligatorisch natürlich auch die Gesangsnummern. Auszüge aus diesen Filmen werden ziemlich unterhaltsam montiert – und dadurch sogar neue Kontexte erzeugt. Jonathan Redmond („Moulin Rouge“, „Der große Gatsby“, „Elvis“) ist wieder mal für den Schnitt verantwortlich.

Der King hat es nicht einfach: Ende der 1960er hatten die Beatles sowie Phänomene wie der „Summer of Love“ in San Francisco und die Anti-Vietnamkrieg-Bewegung einen enormen Einfluss auf Musik und Kultur. Wir erleben Elvis bei seinem „‘68 Comeback Special“. Dies war sein erster Fernsehauftritt vor einem Live-Studio-Publikum seit mehr als acht Jahren. Die visuelle und musikalische Darbietung festigte seinen Ruf als einer der größten Künstler aller Zeiten. Am 31. Juli 1969 kehrte Elvis im International Hotel in Las Vegas auf die Bühne zurück. Seine „Las Vegas Residency“ war ein großer Erfolg. Während dieses Engagements spielte er zwei ausverkaufte Shows pro Tag, sieben Tage die Woche, vier Wochen am Stück, und das über einen Zeitraum von etwa siebeneinhalb Jahren (Juli 1969 bis Dezember 1976). Insgesamt verkaufte er in dieser Zeit über eine Million Tickets.

Das Filmmaterial, das Luhrmann in EPIC: ELVIS PRESLEY IN CONCERT verwendet, wurde während seiner Residency-Auftritte in Las Vegas im Jahr 1970 mit großen MGM-Kameras an verschiedenen Abenden aufgenommen – gedreht im 35-mm-Anamorph-Verfahren. Wir sehen den King auch bei den Proben mit seiner exquisiten Band und in Interviewpassagen, die den Status Quo in dieser Zeit dokumentieren. Die Montage ist so geschickt, dass sich zwischen den Zeilen immer etwas in die Aussagen von Elvis hineininterpretieren lässt. Wir erleben Presley hautnah, er geht auf Tuchfühlung mit seinem Publikum. Und er wirkt gezeichnet von den Anstrengungen der Shows. Tabletten- und Alkoholmissbrauch werden zwar nicht wirklich thematisiert, aber der Star sieht schon etwas aufgedunsen aus – und agiert mitunter derangiert. Luhrmann ist froh, nicht nur Konzertaufnahmen zu Tage gefördert zu haben:

Eine der großartigen Entdeckungen während dieses unglaublich detaillierten Prozesses sind bisher unveröffentlichte Aufnahmen von Elvis, in denen er über sein Leben und seine Musik spricht: von seiner Show in Las Vegas 1970, von seiner Tournee 1972 und sogar kostbare Momente seines legendären „Gold Jacket“-Auftritts 1957 auf Hawaii. Ich wusste, dass wir uns diese Chance nicht entgehen lassen durften. Diese Entdeckungen lieferten die Inspiration für den neuen Film.

Baz Luhrman

Elvis ging 1970 zum ersten Mal seit 1957 wieder auf Tour. Auf seiner Sommertournee 1972 spielte er vier ausverkaufte Shows im Madison Square Garden. In EPIC: ELVIS PRESLEY IN CONCERT verwendet Luhrmann Aufnahmen von Tournee-Auftritten von 1972 sowie von sechs verschiedenen Residency-Shows in Las Vegas. Die einzelnen Musiker der großen Bandbesetzung sind erstklassige Instrumentalisten. Es ist wirklich eine Freude, ihnen zuzuhören! Und Elvis Presleys Hüftschwung revolutionierte die Musik- und Tanzkultur der 50er Jahre und bleibt bis heute ein Symbol für seine Bühnenpräsenz und seinen Einfluss auf die Popkultur. Seine Rückkehr auf die Bühne gipfelt in dem Höhepunkt seiner Karriere. Und er erfährt eine Neuerfindung als Künstler zu Beginn eines neuen Jahrzehnts.

Interessant ist übrigens auch, dass Elvis nie außerhalb Nordamerikas aufgetreten ist. Im Film sind mehr als 70 Musikstücke, die Elvis entweder in Las Vegas oder auf Tournee sowie bei Proben gesungen hat, außerdem gibt es einige klassische Aufnahmen aus seinem Gesamtkatalog. Zu hören sind ebenso ikonische Cover von namhaften Künstlern wie den Beatles, Simon & Garfunkel, Ray Charles, Dusty Springfield, Bob Dylan, Three Dog Night, Brenda Lee, Edwin Hawkins und den Righteous Brothers. Die Nummer „Suspicious Minds“ performt Elvis in einer Dauerschleife rund um die Textzeile „Well, don‘t you know I‘m caught in a trap? I can‘t walk out.“ Ein Schelm, wer da Böses denkt. Aber irgendwie hat sich der King da auch in einer nicht so guten Situation verfangen.

Die gewagte Neu-Interpretation des gefundenen Materials macht EPIC: ELVIS PRESLEY IN CONCERT zu etwas ganz Besonderem: In akribischer Handwerkskunst wurde das Originalmaterial liebevoll restauriert und als poetische Erzählung in eine neue Form gegossen. Die Orchestrierungen sind sowohl rekonstruiert als auch neu abgemischt worden. Immer mit der Frage im Hinterkopf, was der King mit seinen klassischen Werken tun würde, betrachtet durch ein zeitgenössisches Prisma? Wir erleben einen der größten Künstler aller Zeiten wie nie zuvor. Und der australische Filmemacher Baz Luhrmann erweist sich erneut als Meister der popkulturell geprägten Groß-Inszenierung!

Trailer

ab6

Originaltitel

EPiC: Elvis Presley in Concert (USA 2025)

Länge

97 Minuten

Genre

Musik / Konzert / Dokumentation

Regie

Baz Luhrmann

Drehbuch

Baz Luhrmann

Verleih

Universal Pictures International Germany GmbH

Filmwebsite

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