Ein Mann, ein Hund und die Weiten Alaskas – der Survival-Thriller EISERNE WILDNIS – HEART OF THE BEAST von David Ayer ist eine Hommage an die Schönheit der Natur, an den Überlebenswillen eines Kämpfers und an die unerschütterliche Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Mit einem in sich ruhenden Brad Pitt in der (menschlichen) Hauptrolle.
Der ehemalige Special-Forces-Offizier James Belmont (Brad Pitt) hat sich nach unzähligen Kampfeinsätzen traumatisiert ins Privatleben zurückgezogen – gemeinsam mit seinem damaligen Militärhund Odin, der an der Seite seines Herrchens in den Kriegen durch dick und dünn gegangen war – und ebenso verstört aus dem Krieg zurückgekehrt ist. Immer wieder setzt Regisseur David Ayer Kriegsszenen als kurze Rückblenden ein, in denen James zusehen musste, wie seine Kameraden starben.
Mit seinem einmotorigen Flugzeug macht James einen mehrtägigen Ausflug in die Wildnis Alaskas – mit Odin als aufmerksamem Copiloten. Sie zelten, angeln und machen Streifzüge durch die riesigen Wälder. Dabei begegnen sie einem Einsiedler (J.K. Simmons), der James zunächst nicht geheuer ist, sich aber am Ende als harmloser Hinterwäldler und philosophierender Goldsucher entpuppt. James und Odin wagen es, vor einem heraufziehenden Sturm den Rückflug anzutreten. Mit viel Glück überwinden sie das Gewitterchaos – doch dann erleidet James einen Herzinfarkt, und das Flugzeug stürzt ins Wasser…
Mit knapper Not können sich Mann und Hund ans Ufer retten – aber dann beginnt der Kampf ums Überleben. Robinson Crusoe fand einst Vorräte und Werkzeuge im gestrandeten Schiffswrack; James muss dagegen etliche Male im eisigen Wasser tauchen, um am Ende zwei schwere Koffer an Land ziehen zu können. Mit Karte und Kompass bewaffnet, „erklärt“ er Odin, dass beide einen Marsch von 58 Meilen bis zur nächsten Straße vor sich haben.
Die Gefahren lauern überall: Grizzlybären, Wolfsrudel, die Überquerung eines Canyons auf einem Baumstamm, der Sturz in einen reißenden Fluss, bei dem sich James schwer an der Hand verletzt – und der ständige Hunger. Die grenzenlose Erschöpfung von James und Odin ist auch für uns Kinozuschauer fast körperlich spürbar.
Im Finale warten Regisseur David Ayer und Drehbuchautor Cameron Alexander mit einer Szene auf, die an Sentimentalität kaum zu überbieten ist. Wem da nicht die Tränen kommen…
Für den ähnlich gelagerten Survival-Thriller „The Revenant – Der Rückkehrer“ erhielt Leonardo DiCaprio 2016 einen Oscar. Das wird Brad Pitt mit EISERNE WILDNIS – HEART OF THE BEAST wohl nicht gelingen. Vieles ist hier allzu vorhersehbar, schablonenhaft und pathetisch inszeniert. Immerhin: Der Film bietet solides Abenteuerkino!
Unser Dank gilt dem Schäferhund Uber, der als Odin eine überragende und zu Herzen gehende Hauptrolle spielt. Gedreht wurde übrigens in Neuseeland. So viel zum Thema Alaska!
Heart of the Beast (USA 2026)
102 Minuten
Abenteuer / Action
David Ayer
Cameron Alexander
Brad Pitt, J.K Simmons, Anna Lambe
Paramount Pictures Germany GmbH