Joe (Joaquin Phoenix), Ex-Militär und Ex-FBI, ist der Mann, den man bei Kidnapping ruft. Die Vergangenheit hat bei ihm physische und psychische Narben hinterlassen, er ist vom Leben gezeichnet – seine bösen Erfahrungen kann er allerdings bestens für die Rettung minderjähriger Entführungsopfer einsetzen. Joe bekommt von einem verzweifelten New Yorker Senator den Auftrag, seine halbwüchsige Tochter Nina (Ekaterina Samsonov) zu befreien, die in einem Bordell festgehalten wird.
Im Lauf dieser Mission jedoch gerät Joe unerwartet in ein politisches Komplott, in dem Skrupel nicht auf der Tagesordnung stehen. Auf einem Terrain, das er nicht kennt, zwischen Gegnern, die ihm an Macht weit überlegen sind, muss Joe nun um sein Leben kämpfen – und auch Nina will er nicht zurücklassen.
Wenn Joaquin Phoenix gerufen wird, dann ist für seine Gegner eines klar: Der heutige Tag wird bei weitem nicht A BEAUTIFUL DAY…
Lynne Ramsay hat bereits mit ihrem letzten Film WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN gezeigt, dass sie sich nicht scheut, schwierige Themen anzugehen. Auch in A BEAUTIFUL DAY ist das wieder der Fall. Ein zutiefst düsteres Meisterwerk mit einem grandios aufspielenden Joaquin Phoenix, dem man das Leid seiner Figur in jedem einzelnen Blick ansieht. Im ersten Moment mag man sich fragen, wie ein deutscher Verleih diesen Film überhaupt in die Kinos bringen kann. Schließlich ist er extrem verstörend und entspricht eigentlich so gar nicht den typischen Sehgewohnheiten des deutschen Publikums. Aber bereits wenige Sekunden später muss man sich wundern, warum man sich die erste Frage überhaupt gestellt hat. Wir reden seit Jahren davon, dass sich die Verleiher immer weniger trauen und in erster Linie nur noch die immer gleichen Filme in die Kinos bringen. A BEAUTIFUL DAY ist anders, vollkommen anders, und allein dafür müssen wir Constantin Film hohen Respekt zollen. Dafür, dass dieser Film nicht nur auf Special-Interest-Veranstaltungen wie dem (tollen) Fantasy Filmfest gezeigt wird, sondern einen regulären Kinostart erhält. Sorgen wir also, dass dieser Film gesehen wird, dass darüber gesprochen wird. Denn nur so können wir uns die Vielfalt in den Kinosälen erhalten.
You Were Never Really Here (Großbritannien 2017)
90 Minuten
Thriller
Lynne Ramsay
Lynne Ramsay
Joaquin Phoenix, Ekaterina Samsonov, Judith Roberts, John Doman, Alex Manette, Alessandro Nivola, Frank Pando, Vinicius Damasceno
Constantin Film Verleih GmbH