Wish I Was Here

Kinostart: 09.10.2014

ab6 OT: Wish I Was Here (USA 2014)
Länge: 106 Minuten
Genre: Drama / Komödie
Regie: Zach Braff
Drehbuch: Zach Braff, Adam Braff
Darsteller: Zach Braff, Kate Hudson, Joey King, Pierce Gagnon, Ashley Greene, Jim Parsons, Donald Faison, Mandy Patinkin, Josh Gad, Michael Weston
Verleih: Wild Bunch Germany GmbH

Aidan Bloom (Zach Braff) muss sich eingestehen, dass er vom amerikanischen Traum bestenfalls träumen kann: Als weißer Schauspieler in L.A. bewirbt er sich mittlerweile sogar um Rollen für afroamerikanische Figuren. Daher muss seine Frau Sarah (Kate Hudson) das Geld verdienen, die neben ihrem Full‐Time‐Job auch noch den Haushalt sowie das Familienleben meistert. Sein Bruder (Josh Gad) ist auch keine große Hilfe – er ist zwar ein Genie, hat sich aber in seinen Wohnwagen verkrochen und surft als Kobold durchs Netz. Und als Aidans Vater (Mandy Patinkin) ihm zu all seinem „Glück“ auch noch unterbreitet, dass er nicht länger für die Privatschule seiner beiden Enkel aufkommen kann, sieht Aidan nur einen Ausweg: er beschließt spontan, die Kinder selbst zu unterrichten. Das Ergebnis ist ein familiäres Chaos – zunächst. Als Aidan aber aufgrund eigener Wissenslücken nicht ganz freiwillig damit beginnt, immer weiter vom Lehrplan abzuweichen, beginnt selbst er noch etwas zu lernen ‐ über das Leben und seinen Platz in der Welt…

Kritik

Im Jahre 2004 kam ein Film in die Kinos, der mich damals unglaublich beeindruckt hat und seitdem zu meinen absoluten Lieblingsfilmen zählt: GARDEN STATE. Zach Braff – bis dahin lediglich als Mitglied des SCRUBS-Ensembles bekannt, legte mit diesem Film sein Regiedebüt vor. Es ist erstaunlich, dass es fast 10 Jahre gedauert hat, bis er seinen zweiten Film drehen konnte. Aber Braff wollte sich nicht den Änderungswünschen der großen Filmstudios beugen, sondern seine Geschichte, die er zusammen mit seinem Bruder Adam Braff geschrieben hatte, so in die Kinos bringen, wie er es für richtig hielt. Also wählte er einen bis dato relativ neuen Weg zur Finanzierung: Er rief seine Fans über Kickstarter auf, sich an seinem Film per Crowdfunding zu beteiligen. Auch ich zögerte nicht lange und beteiligte mich mit einem kleinen Betrag daran – immer mit meinen Erinnerungen an GARDEN STATE im Hinterkopf.

Es kam wie es kommen musste: Lange vor Ablauf der Frist waren die 2 Millionen US-Doller zusammen, am Ende belief sich eingesammelte Summe auf stolze 3.105.473 US-Dollar. Der Weg war also frei und Zach Braff sichtlich glücklich und zufrieden. Die lange Zeit bis zur Fertigstellung des Films überbrückte er dadurch, dass er die Fans an der Entstehung teilhaben ließ. Immer wieder postete er Behind-the-Scenes-Videos oder plauderte aus dem Nähkästchen.

Anfang August war es dann endlich soweit und WISH I WAS HERE wurde der Presse gezeigt und die bange Frage wurde beantwortet, ob ihm ein weiteres GARDEN STATE gelungen war.

Die Antwort darauf ist ein klares JEIN.

WISH I WAS HERE kann leider nicht an Braffs Erstlingswerk anknüpfen, aber da die Messlatte auch extrem hoch lag, war das in gewisser Weise auch zu erwarten. Ich muss zugeben, dass ich bei der ersten Sichtung ein wenig enttäuscht war, weil ich höchstwahrscheinlich einfach viel zu viel erwartet habe. So haben sich dann die Wogen bei der zweiten Sichtung Anfang September ein wenig geglättet und mir hat der Film tatsächlich mehr und mehr gefallen.

Man merkt, dass im Film sehr viel Herzblut steckt, aber vielleicht hat Braff einfach ein wenig zu viel gewollt und den Film mit diversen Handlungssträngen überfrachtet. Hier wäre ein wenig weniger deutlich mehr gewesen. Vielleicht wäre es doch von Vorteil gewesen, wenn ein Studioboss hier und da den Rotstift im Script angesetzt hätte.

Ärgere ich mich jetzt vielleicht über das investierte Geld? Nein, keinesfalls. Ich würde es jederzeit wieder tun. Schließlich ist es Zach Braff gelungen, einen wundervollen Cast mit Kate Hudson, Josh Gad, Mandy Patinkin und Joey King zusammen zu stellen. Auch die Geschichte selbst ist liebevoll erzählt und in sich stimmig. Nur weil er es nicht auf den Spitzenplatz des Podests geschafft hat, ist WISH I WAS HERE kein schlechter, sondern ein charmant liebenswerter Film über die Stärken und Schwächen des Lebens.

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