Una und Ray

Kinostart: 30.03.2017

ab12 OT: Una (Großbritannien / USA / Kanada)
Länge: 94 Minuten
Genre: Drama
Regie: Benedict Andrews
Drehbuch: David Harrower
Darsteller: Rooney Mara, Ben Mendelsohn, Ruby Stokes, Riz Ahmed, Tara Fitzgerald, Natasha Little
Verleih: Weltkino Filmverleih GmbH

Als eines Tages plötzlich die schöne Una (Rooney Mara) in seinem Büro auftaucht, wird Ray (Ben Mendelsohn) ungewollt mit seiner dunklen Vergangenheit konfrontiert. 15 Jahre zuvor verband ihn mit der damals noch minderjährigen Tochter seines Nachbarn eine verbotene Liebesaffäre, für die Ray schließlich verhaftet und verurteilt wurde. Inzwischen hat sich Ray unter anderem Namen ein neues Leben aufgebaut – für Una hingegen scheint die Zeit stillgestanden zu haben. Es folgt eine erbarmungslose Aufarbeitung längst begrabener Erinnerungen mit fatalen Konsequenzen. 

Kritik

Worin besteht eigentlich die wesentliche Aufgabe eines Filmkritikers, werde ich immer wieder gefragt. Nun in erster Linie darin, aus den Umengen an Kinostarts die Perlen herauszufinden, die es zu entdecken lohnt. So wie UNA UND RAY, der zu den vermutlich wunderbarsten Filmen gehört, die es in den letzten Jahren auf die deutschen Leinwände geschafft haben.

Für einen guten Film benötigt man nicht viel. Eine clevere Geschichte, erstklassige Darsteller und eine gute Optik, die sich der Story unterordnet. All das kommt in UNA UND RAY zusammen. 

An vorderster Front steht hier Rooney Mara, die ihre Rolle mit einem solchen Fingerspitzengefühl ausfüllt, dass man sich immer wieder fragt, wie ihr diese Meisterleistung gelungen ist. Ihr gegenüber steht Ben Medelsohn, der sich nach vielen Jahren einem dunklen Kapitel seiner Vergangenheit stellen muss. 

Das Clevere an UNA UND RAY ist, dass der Film den eigentlich Missbrauch nicht in den Fokus legt. Er unterlässt es sogar, ihn überhaupt zu bewerten. War es Liebe? Oder war es ein Missbrauch? Eine Frage, die sich beide Protagonisten vermutlich bereits etliche Male selbst gestellt haben. 

Mit extrem minimalistischen Mitteln baut Regisseur Benedict Andrews seine Handlung auf und lässt seinen Schauspielern dabei freien Lauf. „Du hast doch schon so erwachsen gewirkt für Dein Alter“ rutscht Ray irgendwann heraus. Eine Rechtfertigung, wie wir sie in dieser Thematik immer wieder gehört haben. Nur dieses Mal ertönt die Antwort: „Aber so wollen doch alle Kinder wirken!“. Ein Satz, der sitzt. Ein Satz, der noch lange nachhallt. Genau wie dieser sehenswerte und eindrucksvolle Film. 

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