The Kindness of Strangers – Kleine Wunder unter Fremden

Kinostart: 12.12.2019

ab12 OT: The Kindness of Strangers (Dänemark / Kanada / Schweden / Deutschland / Frankreich 2019)
Länge: 115 Minuten
Genre: Drama
Regie: Lone Scherfig
Drehbuch: Lone Scherfig
Darsteller: Zoe Kazan, Andrea Riseborough, Tahar Rahim, Caleb Landry Jones, Jay Baruchel, Bill Nighy
Verleih: Alamode Filmdistribution OHG

Clara (Zoe Kazan) flüchtet mit ihren beiden Söhnen nach New York, um ihrem gewalttätigen Ehemann, einem Polizisten, zu entkommen. Die drei besitzen nicht viel mehr als ihr Auto und als dieses abgeschleppt wird, stehen sie mittellos auf der Straße. An ihrem absoluten Tiefpunkt angekommen, begegnet Clara warmherzigen Fremden, die ihr zeigen, dass sie nicht allein ist. Darunter die selbstlose Krankenschwester Alice (Andrea Riseborough), der Ex-Häftling Marc (Tahar Rahim), der in Timofeys (Bill Nighy) russischem Restaurant Winter Palace eine zweite Chance bekommen hat, und Jeff (Caleb Landry Jones), der versucht, seinen Platz im Leben zu finden. Das Winter Palace wird zum Ort der unerwarteten Begegnungen von Menschen in Lebenskrisen, die in schicksalhaften Wendungen zusammenfinden.

Kritik

Als THE KINDNESS OF STRANGERS im Februar die Berlinale eröffnete, waren die Kritiken eher mau. Dabei hat der neue Film von Lone Scherfig die schlechten Reviews eigentlich gar nicht verdient…

Natürlich gibt es hier dort an dem Film etwas auszusetzen, einige Storyelemente hätte man etwas besser herausarbeiten können, auf andere eher verzichten können. Und sicherlich wirken nicht alle einzelnen Geschichten gleich gut, aber so ist das nun mal, wenn ein Film nicht nur eine, sondern mehrere, verschachtelte Handlungsstränge hat. Vermutlich hat man an einen Eröffnungsfilm schlichtweg höhere Ansprüche gestellt…

Lone Scherfig selbst sagt über ihren Film, dass sie hier diverse Themen zusammenführt, denen sie sich seit längerer Zeit schon intensiver widmen wollte. Sie hat – wie viele von uns sicherlich auch – beobachtet, dass sich viele Dinge in die falsche Richtung entwickeln. In einer Gesellschaft, in der die Menschen immer mehr auf die eigenen Vorteile bedacht sind, bleibt irgendwann die Menschlichkeit auf der Strecke. Um so schöner war es für Scherfig zu sehen, dass die Amerikaner das Thema Nächstenliebe noch nicht vollends verlernt haben. Und warum sollte man nicht einfach mal mit einem Film genau darauf hinweisen.

Und so zeigt THE KINDNESS OF STRANGERS eben genau diese Menschen, die sich noch um ihre Mitbürger kümmern, die nicht wegsehen, wenn jemand in Not ist. Vielleicht ist es genau die Welt, in der wir insgeheim doch alle leben möchten, in der wir nicht abgeschrieben werden, wenn es uns einmal nicht so gut geht. Das mag für einige utopisch klingen, für anderen hingegen nicht. Und so sollten wir THE KINDNESS OF STRANGERS als das betrachten, was es ist: ein Fenster zur Menschlichkeit. Und wenn wir uns alle davon nur ein winzig kleines Beispiel nehmen, wäre schon viel erreicht…

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Filmplakat

Neustarts am 12.12.2019

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