LOL 2.0

18.06.2026

17 Jahre nach dem Erfolg von LOL schiebt Autorin und Regisseurin Lisa Azuelos mit LOL 2.0 jetzt eine Fortsetzung in die Kinos, ddie nicht ganz an die Klasse des Originals heranreicht, in Sachen Charme aber nichts eingebüßt hat.

Jetzt, da die Kinder aus dem Haus sind, kann sich Anne (Sophie Marceau) mit ihren 55 Jahren endlich einmal um sich kümmern – schließlich sind Karriere und Liebesleben schon viel zu lange zu kurz gekommen. Doch die Freude darüber ist nur von kurzer Dauer, denn nach beruflichen Rückschlägen und einer gescheiterten Beziehung zieht ihre 23-jährige Tochter Louise (Thaïs Alessandrin) wieder zurück ins Familienheim. Das gestaltet sich anfangs nicht gerade einfach, als alte Konflikte wieder zum Vorschein kommen und die beiden Frauen ihre Beziehung und ihre Rollen neu definieren müssen.

Gemäß dem Spruch „ein Unglück kommt selten allein“ verkündet dann auch noch Annes Sohn Theo (Victor Belmondo), dass er Vater wird. Mit 55 bereits Großmutter zu werden, schockt Anne dann doch mehr, als sie vermutet hätte. Und dann schwirrt da auch noch ihr Ex-Partner (Vincent Elbaz) herum, der ihr Leben zusätzlich auf die Probe stellt. Gar nicht so einfach, sich in all dem Tumult auf eine neue Liebschaft einzulassen…

2008 entwickelte sich LOL zu einem absoluten Überraschungserfolg, fing der Film doch perfekt das Lebensgefühl der „Generation MSN“ ein. Autorin und Regisseurin Lisa Azuelos zeigte mit großer Leichtigkeit, dass Eltern mitunter ihr Leben genauso wenig im Griff haben wie ihre Kinder. Erstaunlicherweise gelingt es Azuelos in LOL 2.0 erneut, dieses Thema mit dem heutigen Zeitgeist zu verbinden.

In der Fortsetzung verlagert sich der Fokus von der Tochter Lola zur jüngeren Tochter Louise. Das hat einen einfachen Grund: Auch wenn Azuelos die Geschichte ursprünglich um Lola herum geschrieben hatte, sagte die Schauspielerin Christa Théret ab, da sie sich nach so langer Zeit nicht mehr in der Lage sah, die Rolle der Lola wieder aufzunehmen. Sie habe sich als Mensch und Schauspielerin weiterentwickelt und ganz bewusst von Mainstream-Komödien verabschiedet. Eine Entscheidung, die die Regisseurin akzeptieren musste. Also schrieb sie das Drehbuch komplett um und fokussierte sich fortan auf die Figur der jüngeren Tochter. Immerhin wird Lolas Abwesenheit im Film aber mit einem Auslandsaufenthalt begründet.

Sicherlich ist LOL 2.0 nicht der Film, auf den alle gewartet haben, trotzdem versetzt er uns nostalgisch in die Zeit zurück, als uns der erste Teil so sehr begeistert hat. Sophie Marceau trägt auch die Fortsetzung mit ihrem unnachahmlichen Charme und wickelt uns Zuschauer immer wieder um den Finger.

Das Drehbuch schrieb Azuelos übrigens zusammen mit ihrer Tochter Thaïs Alessandrin, die sie auch gleich als Tochter von Sophie Marceaus Figur im Film besetzte. Vielleicht wirkt LOL 2.0 genau dadurch so authentisch. Hin und wieder greift der Film zwar auf althergebrachte Klischees zurück, aber in der Summe hat mich das erstaunlicherweise nicht gestört.

Und so bleibt LOL 2.0 am Ende eine durchaus charmante Komödie, die man vielleicht nicht unbedingt gesehen haben muss, die aber trotzdem nicht einmal ansatzweise wie vertane Lebenszeit wirkt. Ganz so wie ein Stück Kuchen im Café, das man nicht gebraucht hätte, das einem aber trotzdem den Tag versüßt.

Trailer

ab12

Originaltitel

LOL 2.0 (Frankreich 2025)

Länge

105 Minuten

Genre

Komödie

Regie

Lisa Azuelos

Drehbuch

Lisa Azuelos, Frédéric Da, Thaïs Alessandrin

Kamera / Bildgestaltung

Gilles Porte

Darsteller

Sophie Marceau, Thaïs Alessandrin, Vincent Elbaz, Françoise Fabian, Victor Belmondo, Sylvie Testud

Verleih

Wild Bunch Germany GmbH

Filmwebsite

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