Es gilt das gesprochene Wort

Kinostart: 01.08.2019

ab12 OT: Es gilt das gesprochene Wort (Deutschland 2019)
Länge: 122 Minuten
Genre: Drama
Regie: Ilker Çatak
Drehbuch: Nils Mohl, Ilker Çatak
Darsteller: Anne Ratte-Polle, Oğulcan Arman Uslu, Godehard Giese, Özgür Karadeniz, Jörg Schüttauf, Sebastian Urzendowsky, Johanna Polley, Lina Wendel, Sandra Bourdonnec, Ali Seçkiner Alici
Verleih: X Verleih AG

Gegensätzlicher könnten die Lebenswelten von Marion (Anne Ratte-Polle) und Baran (Oğulcan Arman Uslu) kaum sein, als sie sich am Strand von Marmaris zum ersten Mal begegnen: Marion, die selbstbewusste, unabhängige Pilotin aus Deutschland, trifft auf Baran, den charmanten Aufreißer wider Willen, der von einem besseren Leben jenseits des Bosporus träumt. Zielstrebig bittet er Marion, ihn mit nach Deutschland zu nehmen. Und sie lässt sich auf dieses Wagnis ein, ganz gegen ihre sonst so überlegte, reservierte Art, und schließt einen Deal mit ihm. Vielleicht, weil sie gerade selbst dazu gezwungen ist, ihr bisheriges Leben zu überdenken? Marions Dauer-Affäre Raphael (Godehard Giese) wird von der neuen Situation vollkommen überrascht. Baran gibt alles, um die ihm gebotene Chance auf ein neues Leben zu nutzen. Das beeindruckt Marion – ihre Zurückhaltung beginnt zu bröckeln, und beide kommen sich näher als geplant…

Kritik

Ein Film über eine Scheinehe in Deutschland – das könnte arg langweilig und aufgesetzt sein. Ist es aber zum Glück nicht. Warum ES GILT DAS GESPROCHENE WORT so wunderbar ist…

Ich habe immer wieder so meine Probleme mit Filmen aus Deutschland, vor allem, wenn diese überaus politisch korrekt sein wollen und bloß niemanden verschrecken möchten. Als ich das erste Mal den Titel dieses Films vernahm, formten die Synapsen meines Gehirns auch wieder genau diese Vorurteile. Aber da ich immer bereits bin, mich eines besseren belehren zu lassen, habe ich mich auf diesen Film eingelassen. 

Eine gute Entscheidung, wie sich nach 122 Minuten herausgestellt hat, denn der Regisseur Ilker Çatak, der uns vor ein paar Jahren bereits den ungewöhnlichen Film ES WAR EINMAL INDIANDERLAND brachte, zieht hier genau an den richtigen Fäden. Interessant ist, dass er die Beweggründe der Protagonistin, diese Scheinehe überhaupt einzugehen, beinahe vollkommen außer Acht lässt. Andere Filme hätten hier viel zu lange die Gefühlswelt der Figuren analysiert, um den Auslöser für diese Entscheidung ans Licht zu bringen. Darauf verzichtet Çatak komplett und konzentriert sich dafür viel intensiver um die Auswirkungen. Dabei analysiert er seine Protagonisten und alle Umstehenden mit so viel Liebe zum Detail, dass man als Zuschauer in den Mitfühlmodus schaltet.

Kurz vor Ende des Films erweckt die Handlung dann kurz den Eindruck, als würde sich Çatak den Klischees beugen und genau in die Gefilde abdriften, die er bislang so wunderbar umschifft hat. Doch dieser Eindruck ist nur von kurzer Dauer und mit der Auflösung katapultiert er ES GILT DAS GESPROCHENE WORT ohne Probleme in die Liga der besten deutschsprachigen Filme. Vor seiner solchen Leistung ziehe ich meinen Hut und wünsche mir – sofern das erlaubt ist – noch viele Filme dieses weitsichtigen Regisseurs.

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Filmplakat

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