Ein leichtes Mädchen

Kinostart: 12.09.2019

ab16 OT: Une fille facile (Frankreich 2019)
Länge: 92 Minuten
Genre: Drama
Regie: Rebecca Zlotowski
Drehbuch: Rebecca Zlotowski, Teddy Lussi-Modeste
Darsteller: Mina Farid, Zahia Dehar, Benoît Magimel, Nuno Lopes, Clotilde Courau, Loubna Abidar, „Riley“ Lakdhar Dridi, Henri-Noël Tabary
Verleih: Wild Bunch Germany GmbH

Naïma (Mina Farid) ist gerade 16 geworden und ein ganz normales Teenager-Mädchen. Sie lebt mit ihrer Mutter in bescheidenen Verhältnissen in Cannes, hat ihren Schulabschluss in der Tasche – und das Leben noch vor sich. Was sie damit anfangen soll, weiß sie allerdings nicht. Vor dem ersten Job und all dem, was danach kommt, scheint ein endlos langer, heißer Sommer zu liegen. Da taucht unerwartet ihre ältere Cousine Sofia (Zahia Dehar) aus Paris auf. Nach dem Tod ihrer Mutter sucht diese in Naïma eine vertraute Freundin und nimmt das junge Mädchen kurzerhand unter ihre Fittiche. 

Mit ihren 22 Jahren wirkt Sofia so welterfahren, ja fast schon zynisch, wie Naïma unschuldig. Angezogen von der mondänen Welt der Oberen Zehntausend, in der Gefühle käuflich sind und als Devise „Mehr Schein als Sein“ gilt, denkt sich Sofia nichts dabei, auch Naïma in die schillernde Wohlstandsgesellschaft mitzunehmen. Als sie durch gekonnten Einsatz all ihrer Reize einem reichen Yachtbesitzer näher kommt, tappst Naïma wie ein junges Kätzchen hinter Sofia her. Was für ein entscheidender Sommer den beiden bevorsteht, ahnen sie da noch nicht…

Kritik

In ihrem Film EIN LEICHTES MÄDCHEN ergründet die Regisseurin Rebecca Zlotowski die Auswirkungen eines einzelnen Sommers auf ein junges Mädchen in Cannes…

Beim Filmtitel denken die meisten sicherlich sofort an ein Klischee. Genau dem möchte Zlotowski widersprechen, denn in ihren Augen ist diese Mädchen, um das es hier geht, ein starkes Mädchen und so wollte sie eine andere Sichtweise auf eine Frau bieten, die die Gesellschaft im besten Fall belächelt, im schlimmsten sogar verachtet. Das gelingt ihr allerdings nur bedingt, denn zumindest was die plötzlich auftauchende Cousine Sofia betrifft, erfüllt der Film alle Klischees. Denn Sofia sind echte Gefühle herzlich egal, sie ist lediglich darauf aus, in der Welt der Reichen und Schönen Fuß zu fassen und sich ihren Teil dieser Welt zu nehmen. 

Naïma hingegen ist unerfahren und bewundert ihre Cousine schlichtweg für dessen Skrupellosigkeit. Aber je mehr der Film voranschreitet, desto mehr wird ihr bewusst, dass ein solches Leben so gar nicht zu ihr passt. Diese Erkenntnis kommt nicht überraschend, allerdings wird sie auch nicht allzu glaubwürdig dargestellt. Dafür plätschert der Film viel zu sehr einfach nur vor sich hin, fast so, also ob er sich nicht so recht entscheiden kann, wie er denn nun enden möchte. 

Und so wirkt die Naïmas Entschluss am Ende nicht allzu glaubwürdig, denn er weiß, wie sie sich entschieden hätte, wäre ihre Cousine nicht so plötzlich über Nacht wieder verschwunden, wie sie aufgetaucht ist… 

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Filmplakat

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