Clifford – Der große rote Hund

02.12.2021

In der Kinderbuch-Verfilmung CLIFFORD – DER GROSSE ROTE HUND hätte so einiges schief gehen können – doch Regisseur Walt Becker macht einfach zu viel richtig. 

Die quirlige Emily Elizabeth Howard (Darby Camp) hat es nicht leicht. Nicht nur ist sie die Neue an der privaten Elite-Schule, nein, sie genießt auch noch ein Stipendium. Grund genug für ihre Mitschülerinnen, sie immer wieder als „Food Stamp“ zu bezeichnen. Doch es gelingt ihr, die meisten der Hänseleien zu ignorieren. Als ihre alleinerziehende Mutter (Sienna Guillory) beruflich verreisen muss, geschieht das Undenkliche: Ausgerechnet der als äußerst unzuverlässig verschrieene Onkel Casey (Jack Whitehall) soll auf sie aufpassen. Das kann nun wirklich nicht gut gehen.

Als Casey seine Nichte zur Schule begleitet, fällt beiden ein zirkusartiges Zelt in einem Park auf, in dem Tiere zur Adoption angeboten werden. Der Inhaber Mr. Bridwell (John Cleese) zeigt ihr einen kleinen, roten Hund und schon ist es um sie geschehen. Auf ihre Frage, wie groß der Welpe noch werden wird, antwortet Mr. Bridwell geheimnisvoll, dass das davon anhänge, wie sehr sie ihn lieben würde.  Doch Casey erinnert sie daran, dass ihre Mutter einen Welpen im Haus sicher nicht gutheißen würde. Geknickt verlassen Onkel und Nichte das Zelt, nur um später festzustellen, dass sich der kleine Racker in Emilys Tasche geschmuggelt hat. 

Fest entschlossen, den Hund am nächsten Tag zurückzubringen, bringt Casey seine Nichte ins Bett. Am nächsten Tag wacht sie neben einem drei Meter großen Hund auf. Das was sollen sie tun? Natürlich ist das Zelt von Mr. Bridwell verschwunden, und auch sonst gestaltet sich der Alltag mit einem übergroßen Hund nicht wirklich einfach… 

CLIFFORD – DER GROSSE ROTE HUND basiert auf der gleichnamigen Kinderbuchreihe von Norman Bridwell. 1964 erschien die erste Geschichte, und bis zu seinem Tod 2014 hat Bridwell 60 Bücher über Clifford geschrieben oder zumindest die Konzepte dafür entwickelt. Im Scholastic Verlag erschienen in den 58 Jahren mehr als 500 verschiedene Versionen von Clifford-Büchern. Ob China, Australien, Kanada, Großbritannien, Neuseeland, Indien oder die USA: Überall auf der Welt lieben die Menschen den großen roten Hund. Nur Deutschland hat anscheinend nicht so viel davon abbekommen. Doch das könnte sich jetzt mit dem Film ändern, denn CLIFFORD – DER GROSSE ROTE HUND ist tatsächlich verdammt gut geworden.

Immer wieder sieht man Verfilmungen von bekannten oder unbekannten Kinder- oder Jugendbüchern, bei denen die Macher versuchen, die Geschichten zu modernisieren, selbst wenn das vollkommen unnötig ist. In diesem Fall hätte man durchaus erwarten können, dass der Hund vielleicht plötzlich zu reden beginnen und popkulturelle Referenzen von sich geben könnte. Doch zum Glück ist das nicht der Fall. 

Stattdessen erzählt Regisseur Walt Becker eine auf den ersten Blick recht simple Story, die aber mit ganz viel Herz zu überzeugen weiß. Sicherlich gibt es ein paar handwerkliche Fehler, und hier und dort hätte die Geschichte noch ein wenig origineller sein können, aber darüber schaut man als Zuschauer gerne hinweg, wenn dafür das Gesamtkonzept stimmt. So wie hier. 

Trailer

 

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Originaltitel

Clifford the Big Red Dog (USA 2021)

Länge

97 Minuten

Genre

Familie / Abenteuer / Komödie

Regie

Walt Becker

Drehbuch

Jay Scherick, David Ronn, Blaise Hemingway

Darsteller

Jack Whitehall, Darby Camp, Tony Hale, John Cleese, Sienna Guillory, Davin Alan Grier, Russell Wong, Izaac Wang, Kenan Thompson, Paul Rodriguez

Verleih

Paramount Pictures Germany GmbH

Filmwebsite

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