Monster Mia

15.10.2026

MONSTER MIA ist ein erfrischend unkonventioneller Halloween-Kinospaß für die ganze Familie, der vor allem durch seinen rotzigen Charme und eine wichtige Botschaft überzeugt. Die skizzenhafte Punk-Ästhetik und ein treibender Soundtrack machen den Animationsfilm zu einem sympathischen und extrem temporeichen Plädoyer gegen Intoleranz und für den Mut zum Anderssein.

Die quirlige Außenseiterin Mia (Maresa Sedlmeir) ist der festen Überzeugung, dass es Monster wirklich gibt. Doch weil in ihrer Stadt Lilienthal das Jubiläum „500 Jahre ohne Monster“ bevorsteht, sind ihre Recherchen der Rektorin ihrer Schule ein Dorn im Auge. Als sie mit ihrer Begeisterung für Monster mal wieder zu weit geht, fliegt sie kurzerhand von der Schule und landet ausgerechnet in der geheimnisvollen Finsterwald Academy. Dort entdeckt Mia eine Welt voller Geheimnisse: Fledermäuse unter dem Dach, einen mysteriösen Schulleiter und Mitschüler, die allesamt echte Monster sind. Menschen sind hier jedoch überhaupt nicht willkommen, und so muss Mia allerlei Tricks anwenden, um nicht aufzufliegen. Doch als sie die finsteren Pläne des menschenhassenden Schulleiters Van Vlad (Matthias Klie) aufdeckt, muss sie gemeinsam mit ihren neuen, schaurigen Freunden beide Welten retten.

Diese deutsch-österreichisch-spanische Co-Produktion muss sich keinesfalls hinter den Filmen großer US-Trickfilmstudios verstecken. An den Animationen lässt sich so gut wie nichts aussetzen – und falls doch, wäre das Jammern auf hohem Niveau.

Die Geschichte, die auf den Büchern von A. B. Saddlewick basiert, hat die Regisseurin Verena Fels mustergültig umgesetzt. Zwar sollte man die Logik einiger Handlungselemente nicht allzu genau hinterfragen, doch der fantasievolle Kinderfilm setzt ohnehin stärker auf Tempo und Witz als auf Plausibilität. Viel wichtiger ist, dass MONSTER MIA mit einer wunderbaren Botschaft daherkommt: Sei du selbst – mit allen Ecken und Kanten.

MONSTER MIA führt gerade den jungen Zuschauern die Absurdität von Vorurteilen vor Augen. Um an der Finsterwald Academy zu überleben, muss Mia sich anfangs als Monster verkleiden. Diese Maskerade ist eine großartige Metapher für den Druck, den viele Jugendliche spüren: die eigene Persönlichkeit zu verstecken, um dazuzugehören. Ihre wahre Stärke entwickelt Mia erst, als sie die Maske fallen lässt und zu ihrer menschlichen Identität steht. Dabei stellt der Film die vermeintlich klare Grenze zwischen „Mensch“ und „Monster“ zunehmend infrage. MONSTER MIA vermittelt Kindern auf Augenhöhe, dass es absolut okay – ja, sogar cool – ist, aus der Reihe zu tanzen und nicht in die vorgefertigten Schablonen der Gesellschaft zu passen.

Angetrieben wird „Monster Mia“ von einem wunderbar dynamischen Soundtrack aus der Feder der Goya-Preisträgerin Zeltia Montes, der eine erstaunliche stilistische Bandbreite abdeckt. Die musikalische Untermalung reicht von eingängigem, treibendem Disco-Pop über klassischen Rock ‘n‘ Roll bis hin zu rotzigem Punkrock.

Diese bewusste Entscheidung für lautere, rebellischere Töne ist kein bloßes Beiwerk, sondern spiegelt Mias innere Gefühlswelt perfekt wider. Die Musik macht Mias ungestüme Natur hörbar und verleiht dem Treiben an der Finsterwald Academy zusätzliche Energie. Statt auf klassisch-orchestrale, weichgespülte Klangteppiche zu setzen, verpasst der Score dem Film genau die Ecken und Kanten, die eine Geschichte über das „Aus-der-Reihe-Tanzen“ dringend braucht.

Im Finale dreht der Film vielleicht ein wenig zu sehr ab und dürfte damit die allerjüngsten Zuschauer durchaus verschrecken. Aber dafür zeigt MONSTER MIA auf herrlich unangepasste Weise, dass die größten Monster oft die eigenen Vorurteile im Kopf sind. Ein mutiger Film, der Kids dazu ermutigt, stolz auf die eigenen Ecken und Kanten zu sein.

Trailer

FSK noch unbekannt

Originaltitel

Monster Mia (Österreich / Spanien / Deutschland 2026)

Länge

81 Minuten

Genre

Abenteuer / Animation / Familie

Regie

Verena Fels

Drehbuch

Katharina Reschke, Jasmina Kallay, Tom Martin, Ines Häufler, Dunja Bernatzky, basierend auf den Büchern von A. B. Saddlewick

Deutsche Stimmen

Maresa Sedlmeir, Matthias Klie, Sebastian Griegel, Mio Lechenmayr, Lea Kalbhenn, Christian Heck, Melanie Manstein, Patrick Schröder, Carolin Sophie Göbel, Kathrin Gaube, Bettina Redlich, Claudia Lössl, Kai Taschner, Dagmar Dempe, Dunja Bernatzky, Stefan Günther, Johanna Giraud, Felix Mayer, Katharina Friedl, Friederike Sipp, Bettina Kenter, Julius Braach, Azim Isljami, Maria Magdalena Rabl

Verleih

Plaion Pictures GmbH

Filmwebsite

» zur Filmwebsite

Weitere Neustarts am 15.10.2026