Call Me Queen

15.10.2026

Spätestens seit „3 Tage in Quiberon“, „Mehr denn je“ und vor allem seit dem unendlich traurigen Wendezeit-Liebesdrama „Irgendwann werden wir uns alles erzählen“ ist die iranisch-deutsch-französische Regisseurin Emily Atef (1973 in West-Berlin geboren) bekannt für ihre intensiven Kammerspiele. In ihrem Drama CALL ME QUEEN, das von wahren Begebenheiten inspiriert ist, stellt sich eine an AIDS erkrankte Schwarzafrikanerin todesmutig der internationalen Pharmaindustrie, globalen Handelsinteressen und der untätigen Politik in Kenia entgegen.

Queen (Eliane Umuhire) ist eine selbstbewusste, willensstarke Frau, die sich mit ihren zwei Kindern im Nairobi der 1990er-Jahre durchschlägt. Als sie der irischen Journalistin Anna (Denise Gough) begegnet, die dort als Auslandskorrespondentin arbeitet, entsteht zunächst eine unerwartete Verbindung und schließlich eine außergewöhnliche Freundschaft. Als klar wird, dass Queen an Aids erkrankt ist, verschafft ihr Anna Zugang zu einer teuren Behandlung. Queen überlebt, während ihre Freundinnen und Nachbarinnen weiterhin an den Folgen der Infektion sterben…

Dank ihres Einflusses als investigative Journalistin und ihrer privilegierten Stellung als Europäerin ermöglicht Anna ihrer Freundin Queen eine medizinische Versorgung, die den meisten Menschen in Kenia verwehrt bleibt. Doch jedes Mal, wenn Anna sie an einer Schlange wartender, verzweifelter Frauen vorbeischiebt, überkommt Queen ein ungutes Gefühl. Dass sie eine bevorzugte Behandlung erhält, löst in ihr Schuldgefühle aus. Aber ihr Überleben wird für sie zur Verpflichtung: Sie beginnt, gegen die Ungerechtigkeit zu kämpfen…

Ende der 1990er-Jahre forderte die Aids-Epidemie in Afrika noch immer Millionen Menschenleben, nicht weil es keine wirksamen Medikamente gab, sondern weil diese für die meisten Menschen dort unerschwinglich waren. CALL ME QUEEN zeigt einen Weg auf, wie sich diese Ungerechtigkeit bekämpfen lässt.

CALL ME QUEEN ist ein wichtiger, nie plakativer Film. Sein einziges Manko: Er kommt 30 Jahre zu spät!

Trailer

Im Rahmen der Berichterstattung
ab12

Originaltitel

Call Me Queen (Frankreich / Großbritannien / Kenia / Deutschland 2026)

Länge

105 Minuten

Genre

Drama

Regie

Emily Atef

Drehbuch

Jeannine Dominy, Emily Atef, Josune Hahnheiser, Hawa Essuman

Kamera / Bildgestaltung

Hélène Louvart

Darsteller

Eliane Umuhire, Denise Gough, Charlie Carrick, Michelle Tiren, Nice Githinji, Lwanda Jawar, Helen Keli, Dominic West, Laurent Lafitte, Danny Sapani

Verleih

Filmreederei GmbH

Filmwebsite

» zur Filmwebsite

Weitere Neustarts am 15.10.2026