Whiplash

Kinostart: 19.02.2015

ab12 OT: Whiplash (USA 2014)
Länge: 107 Minuten
Genre: Drama
Regie: Damien Chazelle
Drehbuch: Damien Chazelle
Darsteller:

Miles Teller, J.K. Simmons, Melissa Benoist, Paul Reiser, Austin Stowell, Nate Lang, Max Kasch, Damon Gupton


Verleih: Sony Pictures Releasing GmbH

Der 19-jährige Jazz-Schlagzeuger Andrew Neiman (Miles Teller) träumt von einer großen Karriere. Nach dem Scheitern der Schriftsteller-Laufbahn seines Vaters ist er fest entschlossen, sich durchzukämpfen und es auf dem renommiertesten Musikkonservatorium des Landes ganz nach oben zu schaffen. Eines Nachts entdeckt der für seine Qualitäten als Lehrer ebenso wie für seine rabiaten Unterrichtsmethoden bekannte Band-Leiter Terence Fletcher (J.K. Simmons) den jungen Drummer beim Üben. 

Wenngleich Fletcher in diesem Moment nur wenige Worte verliert, entfacht er in Andrew eine glühende Entschlossenheit. Zu dessen Überraschung veranlasst der Lehrer am nächsten Tag, dass der begabte junge Mann ab sofort in seiner Gruppe spielt – ein Schritt, welcher Andrews Leben für immer verändern wird.

Kritik

WHIPLASH ist einer dieser Filme, die im Kopf bleiben – und das aus vielerlei Gründen. Zuerst einmal wäre da die Performance von J.K. Simmons, den man bislang nur als ewigen Nebendarsteller kennt. Ob der Vater in JUNO, der Chefredakteur in der ersten SPIDERMAN-Reihe oder in der Krimi-Serie THE CLOSER. Gesehen hat den charismatischen Jonathan Kimble Simmons sicherlich jeder schon einmal. Aber wie sehr er sich hier ins Zeug gelegt hat und sich mit einer diabolischen Darstellung einen Golden Globe erspielt hat, ist schlichtweg beeindruckend.

Dann spielt natürlich auch Miles Teller eine Rolle – sogar im doppelten Sinn. Alle Drum-Parts hat er selbst eingespielt, schließlich spielt er Schlagzeug, seit der 15 ist. Allerdings kommt er aus der Rock-Schiene und musste sich mit täglich vier Stunden Üben erst einmal auf das völlig andere Spiel eines Jazzdrummers einlassen.

Regisseur Damien Chazelle drehte WHIPLASH übrigens in gerade mal 19 Tagen ab, was für einen Film solcher Güte sicherlich eine Seltenheit ist. Doch vielleicht sorgte gerade der straffe Drehplan dafür, dass alle am Set hochkonzentriert arbeiteten und somit ihr Bestes gaben.

In WHIPLASH geht es in erster Linie darum, wie viel ein Mensch bereit ist, für seinen Traum einer Karriere zu geben, bzw. worauf der bereit ist, zu verzichten. Chazelle urteilt mit seinem Film nicht, sondern lässt den Zuschauer entscheiden, ob die Opfer, die Miles Teller in seiner Rolle bringt, gerechtfertigt sind. Das muss am Ende des Tage jeder für sich selbst entscheiden. Aber jeder, der auch nur die geringste Leidenschaft für irgendetwas hat – sei es die Musik oder etwas völlig anderes – kann sich mit der Hauptperson in WHIPLASH identifizieren und seine Beweggründe zumindest nachvollziehen.

Das erste Mal lief mir WHIPLASH auf dem Filmfest Hamburg im Oktober 2014 über den Weg. Es sollte der einzige Film sein, den ich mir während des Festivals gleich zwei Mal angeschaut habe. Ein drittes Mal folgte dann mit der offiziellen Pressevorführung und was soll ich sagen: Der Film hat mit keiner Sichtung auch nur einen Hauch an Qualität verloren. Im Gegenteil – WHIPLASH ist und bleibt einer der besten Filme, die das noch junge Filmjahr bislang hervorgebracht hat.

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