Überflieger – Kleine Vögel, großes Geklapper

Kinostart: 11.05.2017

ab0 OT: Richard the Stork (Deutschland / Belgien / Luxemburg / Norwegen 2017)
Länge: 84 Minuten
Genre: Animation / Trickfilm
Regie: Toby Genkel, Reza Memari
Drehbuch: Reza Memari
Darsteller: Tilman Döbler, Christian Gaul, Nicolette Krebitz, Marco Eßer, Marcus Off, Maud Ackermann, James Carter Cathcart
Verleih: Wild Bunch Germany GmbH

Der verwaiste Spatz Richard wird liebevoll von einer Storchenfamilie aufgezogen. Ihm würde nicht im Traum einfallen, dass er selbst kein Storch ist. Als sich seine Eltern und sein Bruder im Herbst für den langen Flug ins warme Afrika rüsten, offenbaren sie ihm die Wahrheit: Ein kleiner Spatz ist nicht geschaffen für eine Reise wie diese und sie müssen ihn schweren Herzens zurücklassen. Für Richard ist das kein Grund, den Kopf in die Federn zu stecken. Auf eigene Faust macht er sich auf den Weg nach Afrika, um allen zu beweisen, dass er doch einer von ihnen ist! Zum Glück kommen ihm dabei Olga, die zu groß geratene Zwergeule und ihr imaginärer Freund Oleg zu Hilfe. Als sie Kiki, einen selbstverliebten Karaoke-Wellensittich mit Höhenangst, aus seinem Käfig befreien, beginnt ein turbulentes Abenteuer, das die drei Überflieger über sich hinauswachsen lässt! 

Kritik

Die besten Animationsfilme kommen aus den Studios von Disney, Pixar & Co? Weit gefehlt, denn mit ÜBERFLIEGER – KLEINE VÖGEL, GROSSES GEKLAPPER kommt ein liebenswert charmanter Trickfilm in unsere Kinos, der in diversen Studios in Europa entstanden ist – und sich überhaupt nicht vor den großen Produktionen verstecken muss.

Natürlich verfügen die großen US-Studios über Budgets in gänzlich anderen Größenordnungen, aber dieser kleine, feine Film zeigt, dass sich kleine Studios davon nicht einschüchtern lassen müssen. Natürlich ist der einzige Grund dafür, die Produktion auf mehrere Länder aufzuteilen, einzig und allein ein finanzieller, denn für ein solches Projekt bekommt man allein in Deutschland einfach nichts genügend Fördermittel zusammen. 

Die Idee zu der Geschichte kam dem Drehbuchautor Reza Memari, als er in München vor einem Fastfood-Restaurant ein paar Spatzen beobachtete und im gleichen Moment ein paar Gänse über ihn hinweg flogen. Schon war die Idee geboren, denn Memari stellte sich einen Spatz vor, der es ungerecht fand, dass andere Vögel in den Süden ziehen, während seine Spezies hierbleiben musste. 

Entstanden ist daraus dann eine wunderbare Geschichte darüber, dass man Menschen (oder in diesem Fall Vögel), die auf welche Art und Weise auch immer „anders“ sind, so akzeptieren sollte, wie sie sind. Ohne Wenn und Aber. Eine wunderschöne Botschaft, von der wir uns doch alle wünschen würden, dass sie irgendwann einfach selbstverständlich ist. 

Auch technisch betrachtet weiss ÜBERFLIEGER – KLEINE VÖGEL, GROSSES GEKLAPPER zu überzeugen. Die Animationen sehen unfassbar gut aus und man hat zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass man irgendetwas noch hätte besser machen können. 

Natürlich bietet der Film auch für die großen Zuschauer etwas. All zu viel möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten, nur so viel: Auch Social Media mit all ihren Tücken hat einen cleveren Weg ins Reich der Vögel gefunden. 

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass diesem wunderbaren Film der Erfolg zuteil wird, den er mehr als verdient. Also, geht in das Kino Eurer Wahl und schaut diesen zauberhaften Film. Ihr werdet es nicht bereuen! 

Interview

In Hamburg haben der Drehbuchautor und Co-Regisseur Reza Memari und sein Regisseur Toby Genkel ihren Animationsfilm ÜBERFLIEGER – KLEINE VÖGEL, GROSSE GEKLAPPER vorgestellt. Wir haben die Gelegenheit genutzt und die beiden zum Interview getroffen. 

Bildergalerie

Trailer

 

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Filmplakat

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