Soul

Kinostart: 24.12.2020

ab0 OT: Soul (USA 2020)
Länge: 100 Minuten
Genre: Animation / Familie
Regie: Pete Docter, Kemp Powers
Drehbuch: Pete Docter, Mike Jones, Kemp Powers
Darsteller: Jamie Foxx, Tina Fey, Graham Norton, Rachel House, Alice Braga, Richard Ayoade, Phylicia Rashad, Questlove
Verleih: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH
Veröffentlichung: ab dem 26.12.2020 streamen auf Disney+

Joe Gardner (Originalstimme: Jamie Foxx) ist ein Musiklehrer an einer Mittelschule in New York, dessen eigentliche Leidenschaft jedoch der Jazz ist. Er träumt davon, professioneller Jazzpianist zu werden und als er die einmalige Gelegenheit erhält, mit einer der ganz Großen zu spielen, glaubt er sich endlich am Ziel. Aber ein Fehltritt ins Leere bringt ihn von den Straßen New Yorks ins Davorseits – der fantastische Ort, an dem neue Seelen ihre Persönlichkeiten, Macken und Interessen bekommen, bevor sie auf die Erde gehen. Joe will sich aber keinesfalls damit abfinden, jetzt, wo es das Leben endlich einmal gut mit ihm meint, genau darauf zu verzichten… 

Kritik

Eigentlich hätten wir alle jetzt das neue Meisterwerk von Pixar in den schönsten Kinosälen bewundern können, aber in diesem Jahr ist ja leider alles etwas anders. Und so kommt SOUL jetzt direkt zu uns nach Hause über die Streaming-Platform Disney+, und das im Gegensatz zu MULAN ohne extra Aufpreis.

Wann gab es zuletzt einen Pixar-Film, der nicht zu überzeugen wusste? Na? Richtig! Bislang noch gar nicht! Auch SOUL macht da mal wieder keine Ausnahme. Obwohl irgendetwas dieses Mal dann doch anders ist, denn dieser Film richtet sich zum ersten Mal mehr an Erwachsene, als an Kinder. Das bedeutet nicht, dass die kleinen Zuschauer hier keinen Spaß haben werden – ganz im Gegenteil – sondern die Älteren hier viel mehr Anspielungen und Zitate finden, als in jedem Film der Animationsschmiede zuvor.

So wie sich ALLES STEHT KOPF den Gefühlen der elfjährigen Riley gewidmet hat – ebenfalls unter der Regie von Pete Docter – wendet sich SOUL jetzt den Seelen zu und wie diese auf ihren Einsatz auf der Erde vorbereitet werden, ihre Macken und Spleens erhalten. Dabei geht Pixar wieder einmal mit so viel Liebe zum Detail vor, dass einem als Zuschauer ganz warm ums Herz wird. 

Joe Gardner, der sein Dasein als gelangweilter Aushilfs-Musiklehrer fristet und dem kurz vor seinem Tod endlich der langersehnte Durchbruch als Jazzmusiker bevorsteht, will sich mit dem Ende seines Lebens so überhaupt nicht zufrieden geben. Über Umwege und Zufälle gelangt er ins Davorseits und wird zum Mentor für die Seele 22, die sich bislang erfolgreich gegen alle seine Vorgänger zur Wehr gesetzt hat. Allein wie der Film dies in diversen kleinen Mini-Sequenzen zeigt, ist so sehr auf den Punkt gebracht, wie es eben nur Pixar kann.

Als beide dann doch wieder zurück auf die Erde gelangen, passiert das Unglaubliche: Joe landet im Körper seiner Katze und 22 in Joes alter Leibeshülle. Spätestens hier ist für die kleinen Zuschauer wieder alles in Ordnung, die sicherlich ihren Heidenspaß an der Körpertausch-Komik haben werden. Für alle anderen geht es um nichts weniger als den Sinn des Lebens. 22 muss herausfinden, warum es sich zu leben lohnt, selbst wenn es auf den ersten Blick trostlos und monoton aussieht. Und Joe, ja auch der hat noch eine ganze Menge zu lernen. Den Weg dorthin begleitet SOUL mit so viel Herzenswärme und Gutmütigkeit, dass man am Ende gar nicht anders kann, als begeistert zu sein. 

Dass die Tricktechnik wie immer ganz weit vorne dabei ist, muss man vermutlich gar nicht erst erwähnen. Obwohl Pixar hier in der Darstellung des Davorseits gänzlich neue Wege beschreitet und die leitenden Figuren dort als Ein-Stich-Männchen darstellt, was im ersten Moment gewöhnungsbedürftig ist. Spätestens jedoch wenn sich die beiden Welten verbinden, entpuppt sich das als verdammt clever.

SOUL hat, wie bislang jeder Pixar-Film zuvor, das Zeug dazu, der beste Film des Studios zu werden. Und gerade in Zeiten wie diesen tun uns solche herzensguten Filme mehr als gut, um die Zeit zu überbrücken, bis wir endlich wieder nach Hause in die Kinosäle dürfen. 

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