Sibel

Kinostart: 27.12.2018

ab12 OT: Sibel (Deutschland 2018)
Länge: 95 Minuten
Genre: Drama
Regie: Çağla Zencirci, Guillaume Giovanetti
Drehbuch: Çağla Zencirci, Ramata Sy, Guillaume Giovanetti
Darsteller: Damla Sönmez, Emin Gürsoy, Erkan Kolçak Köstendil, Elit Iscan, Meral Çetinkaya
Verleih: Arsenal Filmverleih GmbH

Die 25-jährige Sibel (Damla Sönmez) lebt mit ihrem Vater und ihrer Schwester in einem abgelegenen Dorf in den Bergen des Schwarzen Meeres der Türkei. Sibel ist seit ihrer Geburt stumm, kann sich aber mit der traditionellen Pfeifsprache der Region verständigen. Von den anderen Dorfbewohnern ausgestoßen, jagt sie unablässig einen Wolf, der im benachbarten Wald herumstreunen soll und bei den Frauen des Dorfes Ängste und Fantasien auslöst. Dabei trifft sie auf einen Deserteur (Emin Gürsoy). Verwundet, bedroht und verletzbar ist er der Erste, der sie mit anderen Augen sieht. 

Kritik

Mit SIBEL kommt ein kleines Wunderwerk in die Kinos, das uns ermahnt, das die Menschen niemals so sind, wie man es auf den ersten Blick vermutet. Mitunter lohnt sich ein Blick unter die Oberfläche…

Als SIBEL im Oktober beim Filmfest Hamburg zu sehen war, war mein erster Gedanke „Wieder mal ein wunderbarer, kleiner Film, der dem deutschen Publikum vermutlich verborgen bleiben wird“. Doch kurze Zeit später kam die Erleichterung, denn mit dem Arsenal Filmverleih hatte jemand das immense Potential dieses Films erkannt. 

Dazu beigetragen hat sicherlich der Produzentenpreis als beste europäische Kinoproduktion, den SIBEL beim Filmfest Hamburg gewonnen hat. Zuvor wurde der Film bereits beim Internationalen Filmfestival in Locarno mit dem FIPRESCI Preis, sowie dem Preis der ökumenischen Jury und dem Preis der Jugendjury ausgezeichnet. 

SIBEL erzählt in wunderbaren Bildern von der Selbstbehauptung einer jungen Frau in einer archaisch geprägten, konservativen Türkei. Damla Sönmez bringt die Titelfigur mit ihrer Spielfreude regelrecht zum Leuchten und zeigt, dass wir Menschen viel zu oft nach ihren äußeren Merkmalen beurteilen und uns – gerade in der heutigen Zeit – viel häufiger die Zeit nehmen sollten, den Menschen dahinter kennenzulernen. Doch Sibel akzeptiert die Schranken nicht, die die Gesellschaft ihr auferlegt, schließlich wurde sie von ihrem Vater frei und unabhängig erzogen. Und so ist ihre Suche nach dem Wolf auch viel mehr eine Suche nach ihrer eigenen Stärke. Eines wird in jedem Fall deutlich: SIBEL wird ihren Weg gehen, egal welche Hindernisse ihr auch in den Weg gelegt werden. Ein beeindruckend starker Film! 

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Filmplakat

Neustarts am 27.12.2018

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