Porträt einer jungen Frau in Flammen

Kinostart: 31.10.2019

ab12 OT: Portrait de la jeune fille en feu (Frankreich 2019)
Länge: 122 Minuten
Genre: Drama
Regie: Céline Sciamma
Drehbuch: Céline Sciamma
Darsteller: Noémie Merlant, Adèle Haenel, Luàna Bajrami, Valeria Golino
Verleih: Alamode Filmdistribution OHG

Ein ungewöhnlicher Auftrag führt die Pariser Malerin Marianne (Noémie Merlant) im Jahr 1770 auf eine einsame Insel an der Küste der Bretagne: Sie soll heimlich ein Gemälde von Héloïse (Adèle Haenel) anfertigen, die gerade eine Klosterschule für junge adelige Frauen verlassen hat und bald verheiratet werden soll. Denn Héloïse weigert sich, Modell zu sitzen, um gegen die von ihrer Mutter (Valeria Golino) arrangierte Ehe zu protestieren. So beobachtet Marianne Héloïse während ihrer Spaziergänge an die Küste und malt abends aus dem Gedächtnis heraus ihr Porträt. Langsam wächst zwischen den eindringlichen Blicken eine unwiderstehliche Anziehungskraft… 

Kritik

Mit PORTRÄT EINER JUNGEN FRAU IN FLAMMEN schafft die Regisseurin Cèline Sciamma ein wunderbares Meisterwerk…

Zum ersten Mal in ihrer Karriere wendet sich Sciamma von dem für sie so typischen Sozialdrama ab und widmet sich der Liebe. Der Liebe zwischen zwei Frauen, eindrucksvoll gespielt von Noémie Merlant und Adèle Haenel. Doch das Besondere an diesem Film ist nicht etwa die Liebe zwischen zwei Frauen, sondern wie Sciamma diese Liebe filmisch übersetzt. 

In erster Linie basiert PORTRÄT EINER JUNGEN FRAU IN FLAMMEN nämlich auf den Blicken, die sich die beiden Protagonisten zuwerfen und wie sich diese Blicke im Laufe der zwei Stunden Laufzeit verändern. Von einem zarten Interesse hin zur sehnsüchtigen Liebe spielen die beiden Darstellerinnen hier die volle Breite aus. Dabei stand das gar nicht so detailliert im Drehbuch, wie uns Adèle Haenel im Interview verraten hat. Vielmehr hat sie diese Blicke zusammen mit Sciamma erarbeitet und perfektioniert. 

Es gibt aber noch eine weitere Hauptdarstellerin in diesem Drama: Die Landschaft. Gemeinsam mit ihrer Kamerafrau Claire Mathon hat sie die Bilder des Ozeans wie eigenständige Gemälde inszeniert. So kommt man als Zuschauer mitunter aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und weiß nicht mehr so recht, ob nun die Landschaft oder die Blicke der beiden Frauen schöner sind. 

Das spielt aber eigentlich keine Rolle, denn Landschaft und Blicke konkurrieren hier nicht, sie ergänzen sich vielmehr und ergeben so ein wunderschönes Meisterwerk, das zum Jahresende sicherlich in diversen Hitlisten auftauchen wird.

Interviews

Im Rahmen des Filmfest Hamburg haben wir die Regisseurin Cèline Sciamma zum Interview getroffen und mit ihr über den Film und seine Entstehung gesprochen:

Auch Noémie Merlant und Adèle Haenel standen uns Rede und Antwort und verraten uns, wie sie sich auf ihre Rollen vorbereitet haben und wie wichtig ein solcher Film in der heutigen Zeit von #MeToo und #TimesUp ist:

Bildergalerie

Trailer

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Filmplakat

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