Personal Shopper

Kinostart: 19.01.2017

ab12 OT: Personal Shopper (Frankreich / Deutschland 2016)
Länge: 110 Minuten
Genre: Thriller / Drama / Mystery
Regie: Olivier Assayas
Drehbuch: Olivier Assayas
Darsteller: Kristen Stewart, Lars Eidinger, Sigrid Bouaziz, Anders Danielsen Lie, Nora von Waldstätten, Benjamin Biolay
Verleih: Weltkino Filmverleih GmbH

Die Amerikanerin Maureen (Kristen Stewart) arbeitet in Paris als persönliche Einkäuferin für Stars und Sternchen. Doch eigentlich begreift sie sich als Medium, das mit Toten in Kontakt treten kann. Seit Wochen wartet sie auf ein Zeichen ihres verstorbenen Zwillingsbruders Lewis. Plötzlich bekommt sie geheimnisvolle SMS von einer unbekannten Nummer. Ist es ihr Bruder, der aus dem Jenseits Kontakt zu ihr aufnimmt? Oder nur der sehr lebendige Geliebte ihrer Chefin, der es auf sie abgesehen hat? 

Kritik

Bereits zum zweiten Mal nach CLOUDS OF SILS MARIA arbeitet der Regisseur Olivier Assayas mit Kristen Stewart zusammen – und offenbart uns in PERSONAL SHOPPER, warum sie zu den aktuell besten Schauspielerinnen gehört. 

Wer hätte nach der unsäglichen Twilight-Reihe gedacht, dass Kristen Stewart überhaupt zu mehr fähig ist, als zu einem trostlosen Spiel ohne jegliche Mimik. Vermutlich niemand. Doch Assayas muss irgendetwas in ihr gesehen haben, was kein anderer Regisseur vor ihm bemerkt hat. Im Interview hat uns Assayas verraten, dass er ihr einfach die Möglichkeit und den Freiraum gegeben hat, ihre Rolle selbst zu erarbeiten. In CLOUDS OF SILS MARIA war es sogar Juliette Binoche – dessen persönliche Assistentin Stewart in dem Film spielt – die sie ermutigte, die Rolle selbst zu erforschen und zu ergründen. 

Jetzt zeigt Kristen Stewart in PERSONAL SHOPPER erneut, wozu sie fähig ist. Erneut spielt sie eine persönliche Assistentin einer Schauspielerin, dieses Mal jedoch bewegt sich die Geschichte ein wenig in den Bereich des Übersinnlichen, denn ihre Figur ist hier zugleich auch ein Medium, dass den Kontakt zu ihrem kürzlich verstorbenen Zwillingsbruder sucht. Stewart spielt diese innere Zerrissenheit mit einer solchen Eindringlichkeit, dass man ihre „Leistungen“ in der Twilight-Reihe spätestens jetzt komplett verdrängt hat. 

Stewarts Figur steht im Film ein wenig auf der Schwelle. Ist sie wirklich ein Medium oder ist alles nur Einbildung? Der Zuschauer hingegen weiß ganz genau, wie Assayas zu dieser Frage steht, schließlich zeigt der Regisseur in einigen Szenen deutlich seine Einstellung zu dieser Frage. An anderer Stelle hingegen zeigt er gewisse Dinge bewusst nicht dem Zuschauer. Immer dann, wenn etwas vollkommen klar ist, wenn man weiß, was passieren wird, vertraut der Regisseur seinem Zuschauer und blendet die Handlung aus. Warum noch etwas zeigen, was offensichtlich ist. Das ist vielleicht besonders in einer Hotelszene mit Stewart zum Ende des Films im ersten Moment verwirrend, im Nachhinein jedoch logisch und äußerst sinnvoll. Schließlich weiß der Zuschauer zu diesem Zeitpunkt, wer der Unbekannte ist, selbst wenn man ihn nicht mehr zu Gesicht bekommt. 

Mit PERSONAL SHOPPER zeigt Olivier Assayas erneut, dass er sein Publikum wie kaum ein anderer Regisseur versteht. Und wer weiß, vielleicht vollendet er ja eines Tages noch seine Kristen-Stewart-Personal-Assistant-Trilogie. Ich wäre in jedem Fall dafür zu haben. 

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Filmplakat

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