Einer nach dem Anderen

20.11.2014

Die Schneeräumung ist eine sehr verantwortungsvolle Tätigkeit. Nils (Stellan Skarsgård) geht ihr mit so einnehmender Zuverlässigkeit nach, dass er zum Bürger des Jahres gewählt wird. Doch schon kurz darauf verkehren sich die Vorzeichen von Nils‘ Ordnungsliebe. Als sein Sohn zufällig Opfer einer fatalen Verwechslung der Mafia wird, gerät der beste Bürger in einen ausschweifenden Drogenkrieg. Nils will seinen Sohn rächen und macht sich auf zu einer Reise an den Ursprung des Verbrechens. Einen Auftragskiller nach dem nächsten bringt er so akribisch zu Fall wie er einst seine Mitbürger von unerwünschten Schneemassen befreit hatte. Je mehr hochrangige Gesetzlose Nils aus der Welt schafft, desto verwundbarer wird das System. Bandenführer Papa (Bruno Ganz), der mit der Drogenmafia auf Kriegsfuß steht, wittert neue Chancen, die ungeliebten Konkurrenten ein für allemal aus dem Weg zu räumen. Es entspinnt sich ein kaum zu entwirrender, aber dafür umso komischerer Drogenkrieg, in dessen Zentrum Nils mit viel Recht und noch mehr Anarchie für so manche Überraschung sorgt.

Kritik

Auf der diesjährigen Berlinale wurde EINER NACH DEM ANDEREN gefeiert, wie kaum ein anderer Film. Kein Wunder, schließlich legt Regisseur Hans Petter Moland einen tiefschwarzen Film vor, der vor irrwitzigen Szenen nur so strotzt. Stellan Skarsgård geht in seiner Rolle als Schneeräumer auf Rachefeldzug vollends auf, was er auch deutlich in der Pressekonferenz zum Film auf der Berlinale zeigte. Dort witzelten er und Moland herum, dass sie ursprünglich vorgehabt hätten, mit einem echten Schneepflug auf dem roten Teppich vorzufahren. Leider jedoch habe ihnen die Filmfestleitung dieses aus Gewichtsgründen untersagt. Das Bild wäre aber sicherlich ein wahrlich Großes gewesen.

Doch zurück zum Film. Hans Petter Molands Inszenierung wirkt, als wären die Coen Brothers auf Tarantino getroffen und hätten einen Mordsspaß gehabt – im wahrsten Sinne des Wortes. Die kalte, fast unwirtliche Landschaft bildet einen wunderbaren Kontrast zu den Mordfällen, so dass viele der wunderbar eingefangen Bilder schon fast surreal wirken. EINER NACH DEM ANDEREN ist kompronisslos gutes skandinavisches Kino, an dem man sich gar nicht genug sattsehen kann.

Trailer

ab16

Originaltitel

Kraftidioten (Norwegen / Schweden / Dänemark 2014)

Länge

117 Minuten

Genre

Action / Komödie

Regie

Hans Petter Moland

Drehbuch

Kim Fupz Aakeson

Darsteller

Stellan Skarsgård, Bruno Ganz, Pål Sverre Valheim Hagen, Jakob Oftebro, Birgitte Hjort Sørensen, Kristofer Hivju

Verleih

Neue Visionen Filmverleih GmbH

Filmwebsite

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